Freitag, 28. Dezember 2012
Schlamm, Kuchen und eine Trophäe
Montag, 26. Dezember 2011
Green Cup 2011: Highnoon an Weihnachten
Der "Green Cup" ist quasi eine Wald-Weihnacht für alle, die zu alt sind, um mit den Eltern zu feiern, und zu jung, um eine eigene Familie zu haben. Auch dieses Jahr traf sich ein Dutzend Biker um ein Uhr nachmittags beim Schützenhaus der Thurgauer Gemeinde Gachnang.
Von dort aus ging es zuerst über einen Feldweg bis zum Waldrand, wo die Ziellinie gezogen und die Start-Reihenfolge festgelegt wurde. An Orten, wo die Sonne nur selten hin scheint, lag noch eine dünne Schicht Rauhreif auf den Wiesen, und auch die Pfützen waren mit Eis überzogen.
Selbst trat ich zwar als Titelverteidiger an, machte mir aber keine Illusionen: Anders als 2010 war die Konkurrenz stark, und zudem hatte ich seit einem heftigen Abflug anfangs Oktober nur noch selten auf dem Bike gesessen.
Aber immerhin war das Wetter prächtig: Die Sonne schien, zumindest zu Beginn des Rennens, und die Temperaturen kletterten gegen 5 Grad. So entschied ich mich, in kurzen Hosen und mit Knieschützern anzutreten - und sollte das nicht bereuen.
Selbst brachte ich keinen optimalen Lauf ins Ziel: Beide Male baute ich unterwegs den einen oder anderen, harmlosen Patzer ein beziehungsweise fuhr an einer Stelle kurz vorm Ziel viel zu vorsichtig. So schaffte ich das Kunststück, zwei mal die exakt gleiche Laufzeit hinzulegen.
Als alle ihre Fahrten absolviert hatten, rechneten die Gebrüder Maier die Fahrzeiten aus und erstellten die "offizielle" Rangliste. Dabei zeigte sich: Vier Konkurrenten waren schneller als ich - einer um nur eine Sekunde, die Top3 dagegen schon deutlicher.
Herren:
1. Gabriel, in 1:47min
2. Elias, in 1:48min
3. Marek, in 1:52min
4. Krieger, in 1:57min
5. Laurens, in 1:58min
6. Paddy, in 2:03min
7. Hääge & Sandro, in 2:05min
9. Manuel, in 2:25min
10. Andreas, in 2:38min

So wechselte die Pönk Rock Trophy nach einem Jahr in meiner Wohnung wieder in die Hände von Gäbe Maier - und damit zurück zu den Organisatoren eines höchst vergnüglichen Rennens unter Freunden.
Samstag, 25. Dezember 2010
Greencup X-Mas DH Race
Ohne langes Gerede zu den Bildern der Weihnachtsaction, die heute im Wald oberhalb Gachnangs über die Bühne ging:
Entsprechend suchte sich Markus Baumann hier eine Alternativroute durch den unverspurten Schnee.Prompt sass der Photograph im Weg und musste schnell Platz machen.
Mit Karacho und Druck aufm Pedal in Richtung Ziel: Uwe Trummer war nicht umsonst der schnellste Crosser.
Die drei wackeren Crosser posieren nach dem Rennen für die Kamera:Simon Diener (3.), Uwe Trummer (1.) und Markus Baumann (2., v.l)
Auch die drei schnellsten Mountainbiker liessen sich gebührend feiern (oder feierten eher sich selbst):Co-Organisator Gabriel Maier, der Autor und Häge (3.)
Im zweiten Lauf wären übrigens fast zwei unbeteiligte Sonntags-Biker dem Rennbetrieb in die Quere gekommen: Just als ich nach dem ersten Ziehstück an der Jagdhütte vorbei und in Richtung Waldweg ballerte, sah ich die beiden daher radeln. Und rief ihnen ein "Vorsicht, wir fahren ein Rennen, hier komme ich!" zu. Sie machten brav Platz, stachen nach mir in den zweiten Streckenteil - und verloren bis ins Ziel etwa 25 Sekunden.
Wer bremst verliert! Und wer bei den Verhältnissen nicht mit Schlammreifen antrat, hatte echte Probleme, um kontrolliert bergab zu kacheln. Da hat es sich mal wieder gelohnt, dass ich früher aus dem Bett gekrochen war, um morgens noch meine Kenda KOT-Schlammreifen aufzuziehen. War zwar ein Murks, vor allem am Hinterrad, aber auch einer der Schlüssel zum Erfolg.
Freitag, 25. Dezember 2009
Weihnachtszeit ist «Greencup»-Zeit
Für die Jubiläumsausgabe kehrte der «Greencup» nach Gachnang zurück, wo ihn die Gebrüder Manuel und Gäbe Maier 1999 erstmals organisierten. Und zum Jubiläum gab es sogar einen Wanderpokal. Trotz unsicherer Wetteraussichten traf am Mittag des Weihnachtstages Starter um Starter beim Schützenhaus in Gachnang ein.
Besonders Markus, Uwe und Simpi wollten es wissen: Statt auf grobstollig bereifte Downhiller vertrauten sie ihren Cyclocross-Maschinen. Weil die Strecke in Gachnang keinerlei Steine, nur eine ganz kurze und umfahrbare Treppe und nur mässig viele (dafür umso perfider verlaufende) Wurzeln aufweist, waren die Drei auf dünnen Reifen sogar richtig schnell unterwegs – spätestens im zweiten Lauf.
Zumindest das Vorderrad an Simpi’s Crosser nahm ihm die Jagd nach der Bestzeit aber übel und eierte bedenklich. Auch Marek hatte Pech: Als er sich im ersten Lauf um einen Baum wickelte, wurde die Leitung der Vorderbremse aus dem Hebel gerissen. Ansonsten blieben Stürze oder Materialschäden aus, und auch der erste Platten machte sich erst nach der Siegerehrung bemerkbar. Mit Manuel erwischte es einen der Gastgeber, und das erst noch wegen eines Nagels.
Die schnellsten mit den groben Bikes blieben auf dem meist nur lenkerbreiten zum Teil deutlich unter zwei Minuten, was heisst, das sie die Bremsen nicht eben oft benutzt haben. Ein Vorteil des Fehlens einer Aufstiegshilfe war, dass ich trotz kurzer Hose (doppelt, einmal enganliegende Trägerhose mit Schützern und eine weit geschnittene Cordura-Hose drüber) bei den zwei Stunden im Wald nicht ins Frieren kam.
Das änderte sich, wie der zweite Lauf und damit das ganze Rennen gelaufen war: Noch während Manuel und Gäbe an der Rangliste knobelten, setzte ein Graupelschauer ein. Also verzog sich die ganze «Greencup»-Bande für die Siegerehrung unters Vordach des Schützenhauses Gachnang. Auf dem Weg zum Bahnhof Islikon setzte ein richtiger Regenschauer mit Windböen ein, und auch in Winterthur präsentierte sich das Wetter nicht wirtlicher. Kaum zu Hause angekommen, riss die Wolkendecke auf – verrückt.
Selbst hab ich mich bei der Weihnachtsgaudi nie hingelegt, war aber auch nicht besonders schnell unterwegs. An der Puste lag es nicht, eher an der zickenden Gangschaltung. Immerhin hat sich der Stress beim Frühstück gelohnt, wo ich zwischen zwei Schlucken Kaffee noch schnell die Reifen wechselte.
Der böse Schlammreifen mit dem leicht anrüchigen Modellnamen («KOT» - steht für King of Traction) hat brav seinen Dienst verrichtet, auch wenn er sich in Kurven wegen der langen, flexiblen Stollen sehr gewöhnungsbedürftig anfühlt.
Freitag, 26. Dezember 2008
Kampfspuren von Weihnachten
Was macht man an Weihnachten, wenn man schon zu alt ist, um noch mit der angeborenen Familie zu feiern – und zu jung, um bereits eine eigene Familie gegründet zu haben? Nun, man kann sich im Wald treffen, um das letzte Downhill-Rennen des Kalenderjahrs auszufahren. Genau das machen wir seit einigen Jahren im Rahmen des «Green Cup».
Startgeld wird keins verlangt, die Zeitnahme beschränkt sich auf zwei synchronisierte Uhren (die einstige TV-Serie «Parker Lewis» lässt grüssen), und gestartet wird jeweils zur vollen Minute. Normalerweise hatten wir beim «Green Cup» mit Temperaturen deutlich unter Null und der Kälte zu kämpfen.
Doch dieses Jahr war der Hauptgegner etwas anderes: Es ging um den Untergrund, einem Mix aus lehmig-schwerem Schlamm, halb vermodertem Laub und fies schmierigen Wurzeln. Wenn ein Rad ins Rutschen kam, gabs nur noch eines: Bremse auf, und hoffen, dass der Reifen dann wieder greift. Was nicht immer der Fall war.
Die grösste Herausforderung bestand aber darin, das Tempo möglichst hoch und sich selbst auf dem Bike zu halten – und dabei auch noch nach Möglichkeit alle Kurven zu erwischen und allen Bäumen auszuweichen.
Einen Tag nach dem Rennen zeugt die verhärtete Muskulatur in der linken Schulter davon, dass die Sache mit dem «den Bäumen ausweichen» nicht immer voll aufging – da war der eine oder andere Streifschuss bis Bodycheck mit dabei. Und den rechten Oberschenkel ziert eine Mischung aus Pedaleinschlag, langer Schramme und Prellung.
Denn die letzte scharfe Kurve der Strecke erwies sich als eigentliche Schlüsselstelle: Hier haute es den Titelverteidiger Marek auf dem Weg zu einer neuen Bestzeit im zweiten Lauf voll hin, wovon nach dem Rennen eine hübsche Schramme an seiner Hüfte zeugte. An derselben Stelle musste auch ich in beiden Läufen zu Boden – allerdings nur im ersten eher heftig und unkontrolliert. Das Problem dieser Kurve: Sie folgte nach einer etwa 15-sekündigen Schussfahrt durch eine mit Laub gefüllte, natürliche Halfpipe, bei der satt Tempo aufgebaut wurde.
Der Sieger (Andi, links) und Marek als Zweitplatzierter hatten sichnach dem Rennen einiges zu erzählen. Merke: Streifen machen schnell.
Drei kleine Rundhölzer auf der Kurvenaussenseite boten zudem die trügerische Sicherheit eines Anliegers – in Realität reichte dieser Schnittabfall aber nirgends hin, um trotz mutwillig überhöhtem Tempo ums Eck zu kommen. Und zudem stand an der Kurvenaussenseite auch noch ein stattlicher Laubbaum – ein Improvisieren im Sinne von «dann fahrn wir halt einen etwas weiteren Bogen» lag daher nicht drin.
Aber der «Green Cup» wäre nicht der «Green Cup», wenn man nicht tags drauf mit einigen frischen Schrammen Weihnachten ausklingen lassen könnte. In diesem Sinne: Es war lustig, und 2009 soll der Termin schon frühzeitig kommuniziert werden, damit noch mehr Fahrer den Weg an den Start des weihnächtlichen Downhill-Rennens finden.
Den eigentlichen Rennbericht findet man übrigens beim Frontline Magazin.

















































