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Freitag, 29. März 2013

Kummt net, kummt net, kummt net

Es ist Ende März. Es liegen noch immer Schneereste, auf 450 Metern über Meer. Und es regnet bei 4 Grad am Karfreitag. Der Lenz will nicht kommen, es ist wahrlich zum närrisch werden!

Vor Jahresfrist war der Februar bitterkalt: Während zweier Wochen hatten wir Dauerfrost und Nachttemperaturen von minus 15 Grad. Aber schon Ende Februar wurde es wärmer, und am letzten März-Wochenende hab ich 2012 die erste Wurst im Grünen gegrillt (Link zum Blog-Eintrag von vor einem Jahr). Das käme mir im Moment echt nicht in den Sinn: Vor wenigen Tagen hat es nochmals ergiebig geschneit, und die Ostertage bringen auch nur Nässe bei 5 Grad.

Blick vom Balkon am 25. März - richtig, es schneit. Mal wieder.

Kurzum: Der Lenz kommt nicht in die Puschen und lässt quälend lang auf sich warten. Und weil es nicht nur kalt, sondern auch immer wieder nass ist, präsentieren sich viele Wald- und Wanderwege im Moment in einem wenig einladenden Zustand: Tiefer Schlamm und Pfützen sind bei diesen Temperaturen nicht eben einladend - mal abgesehen davon, dass die Wege bei diesen Verhältnissen stark unterm Befahren leiden. So habe ich auch heute eine geplante Ausfahrt auf dem Mountainbike gestrichen. Vielleicht macht das Wetter ja am Ostermontag mit, mal schauen.

Sonntag, 10. März 2013

Wenn der Lenz mit dem Winter ringt


Diese Woche stiegen die Temperaturen erstmals seit langem wieder in den zweistelligen Bereich. Für nächste Woche soll der Winter aber nochmals zurück schlagen. Das Ringen der Jahreszeiten war auch am Himmel zu sehen.


Am frühen Nachmittag genoss ich noch den Sonnenschein auf dem Balkon meiner Wohnung. Ab etwa vier Uhr verdeckten aber immer dickere Wolken die Sonne, worauf ich mich wieder in die Wohnung verzog. Um halb Sechs las ich dann auf Twitter, dass es in Zürich bereits regne. 


Ein Blick hinaus zum Fenster zeigte in der Tat schon seltsame Wolken, die ins Bild schoben, und auch vom Balkon aus sah der Himmel nicht zuletzt dank der tief stehenden Sonne sehr seltsam aus. Nur Minuten später setzte in der Tat zuerst heftiger Wind ein, und kurz darauf fielen die ersten Tropfen.


Der Himmel war nun wirklich dunkel, aber die nur noch knapp über dem Horizont stehende Sonne fand dennoch ihren Weg vorbei. Und sorgte darum zusammen mit dem Regen für ein Spektakel, das man im März so nur selten zu sehen bekommt: Zuerst war es noch ein Regenbogen, der sich vor den dunklen Wolken deutlich abzeichnete.


Momente später war es nicht mehr ein Regenbogen, sondern es waren zwei. Und zum Glück hatte ich meine FujiFilm FinePix X10 griffbereit, um dieses seltene Spektakel auch für den Blog fest zu halten.

Donnerstag, 7. März 2013

Frühlingserwachen und Föhn


Endlich steigen die Temperaturen wieder in den zweistelligen Bereich, und auch die Tage werden länger. Der Winter ist überstanden - und das musste ich gestern Abend mit einer kurzen Ausfahrt feiern.


Gegen 18 Uhr zog ich los, bei noch immer 12 Graden und in Bermudas, Langarm-Trikot und einem ärmellosen Pulli, dazu Knieschützer und Handschuhe. Vorbei am stockenden Verkehr auf der Autobahn und dem zu dieser Jahreszeit noch verlassenen Golfplatz am Rossberg kurbelte ich in Richtung Chämleten. An den steilsten Passagen musste ich mangels Gänge kurz vom Rad und schieben: Der festgetretene Schnee war am Schmelzen und sorgte für Schlupf und enormen Rollwiderstand.


Das Hochkurbeln sollte sich aber lohnen, denn dank dem Föhn war die Fernsicht sehr gut. Das sah ich aber erst, als ich bei Chämleten zum Wald raus fuhr und die Alpen zum Greifen nah vor mir hatte, dazu ein sehenswertes Föhnfenster. Auch wenn ich schon fast alle Höhenmeter geschafft hatte, sollte der unangenehmste Part noch folgen: Ein Feldweg auf der Anhöhe, halb stehendes Schmelzwasser und halb Schneematsch, war nur mit vollem Krafteinsatz fahrend zu bewältigen, aber immerhin war dank dem Schmelzwasser für Kühlung gesorgt - brrrr.


Wie ich in Billikon ankam, zündete ich die Scheinwerfer auf Lenker und Helm, und schon bald bog ich im Weiler Ettenhusen auf einen weiteren Feldweg in Richtung Kyburg ein. Dieser war vor einem Monat noch beinhart gefroren und zügig zu fahren, aber diesmal sah das anders aus. Auch die folgende Abfahrt hinunter an die Töss hatte es in sich: Zwei mal konnte ich einen Abflug gerade noch verhindern, beim dritten mal klappte das nicht mehr. Dafür war die Landung aber weich: Ich rollte in die Büsche ab, und der Rucksack schützte den Rücken.


Erstaunlich gut zu fahren waren dann die kleinen Töss-Uferwege zurück in Richtung Brunibrücke: Stellenweise war der Schneematsch schon ganz verschwunden, dafür bekam ich eine Fango-Packung verpasst. Wie ich den Pumptrack am Reitplatz passierte, waren drei Jungs am Rumflitzen - quasi ein Test für die neue LED-Beleuchtung mit Bewegungssensoren, welche das Schul- und Sportamt Winterthur hat montieren lassen. Sehr coole Sache, zumal auch der Pumptrack schon eine erste Pflege erhalten hat und wieder deutlich besser ausschaut als noch um den Jahreswechsel.

Samstag, 23. Februar 2013

Mallorca, Tag 4: Test-Time!

Der vierte Tag auf Mallorca war ganz dem Thema Mountainbike gewidmet: Nach der Präsentation des Rennteams ging es per Bus zu einem Camping am Fuss der Hügel. Zeit, die Mountainbike-Ausrüstung zu zücken...

Nach dem Frühstuck fanden sich alle Team-Vertreter, Journalisten und Photographen um neun Uhr im Konferenzsaal des Iberostar-Hotels ein. Die Pressemappen mit den Details zu den Fahrern und dem Material des "Multivan Merida Biking Teams" lagen bereit, und schon bald begann die Präsentation inklusive Ansprache des Senior Vice Presidents von Merida und anschliessender Interviews mit den Fahrern.

Full House: Der Konferenzsaal vor Beginn der Team-Präsentation.

Es blieb nur wenig Zeit, um sich in die Bike-Montur zu schmeissen und wieder in die Lobby zu eilen, von wo aus ab halb Elf morgens Shuttle-Busse zum Testgelände fuhren. Der erste Bus war schon voll und fuhr etwas früher los. Das hatte zur Folge, dass alle Testräder mit 650B-Laufrädern schon einmal vergriffen waren, als ich auf dem Testgelände ankam. Von den Mountainbikes mit den mittelgrossen Rädern waren vier vollgefederte Prototypen und je fünf Hardtails in zwei verschiedenen Rahmengrössen am Start.

Testbikes ab Stange: Blick auf die Bike-Ausgabe.

So machte ich mich zuerst einmal mit einem "Big.Nine"-Hardtail auf die einfachste Teststrecke: Einen flowigen Singletrail mit einigen Gelegenheiten zu Airtime und einem giftigen Gegenanstieg. Am Ende wartete ein zäher Anstieg auf einem Forstweg zurück zur Bike-Ausgabe. Nach zwei Runden probierte ich noch eine weitere Variante mit etwas gröberem Untergrund und mehr Anstiegen, die man gleich an die erste Runde anhängen konnte.

Lange Hosen, Jacken und Mützen: Es war trotz Sonne nicht warm.

Nach diesem Aufgalopp war noch immer nichts von 650B-Testrädern zu sehen, also schnappte ich mir mit dem "One.Sixty" das gröbste Gerät, das zum Testen bereit stand. Die erste Strecke fuhr ich kurz und eher zum Spass, das Bike war hier deutlich unterfordert. Also nahm ich die dritte Testrunde in Angriff, und das war die mit Abstand verblockteste. Schon bergauf musste man sorgsam seine Linie zwischen losen Steinen, Wurzeln und Felsen suchen. Wie ich oben ankam, empfingen mich heftige Windböen und ein kurzer Regenschauer, die folgende Abfahrt war dann kurz, steil und rumplig.

Einem Kollegen aus Venezuela vor die Linse getappt.

Um das Fahrwerk noch etwas besser abstimmen zu lassen, rollte ich zurück zur Testbike-Ausgabe - und merkte, dass ich mir hinten einen Schleichplatten eingefangen hatte. Ausserdem war die Steckachse hinten nicht voll angezogen, was Spiel am Hinterrad zur Folge hatte. Nach der eigenhändig bewerkstelligten Reparatur hängte ich eine zweite, rasante Runde auf der dritten Teststrecke an, diesmal mit perfekt abgestimmtem Fahrwerk, und dann gleich noch die zweite Strecke als Zusatzschleife.

Nach all diesen Fahrten gönnte ich mir zuerst einmal einen Kaffee und zwei Becher Wasser, und dann begann das Warten auf eines dieser seltenen 650B-Testbikes. Eine Stunde verging, ehe ich mir immerhin das Recht der nächsten Testfahrt an einem der "Big.Seven"-Hardtails von einem spanischen Kollegen erschwatzen konnte. Eigentlich war das Bike etwas zu klein, aber besser als nichts. Während ich wartete, kam Hannes von mtb-news.de von seiner Testrunde zurück - mit einem "Big.Seven" in der richtigen Rahmengrösse.

Objekt der Begierde am Testtag: Uhm, ich meine das Bike!

Ich schnappte mir das Teil, liess die Federgabel noch auf mein Gewicht einstellen und justierte grad die Sattelhöhe, als ein deutscher Kollege mit einem der vier vollgefederten Prototypen los rollte. Also gleich anquatschen und sich die nächste Fahrt sichern. Kurz darauf gab ich dem "Big.Seven" die Sporen und flitzte über die beiden weniger groben Testrunden. Das 650B-Format konnte auf diesen Runden seine Vorzüge ausspielen: Rollt gut, und ist dennoch verspielt und wendig.

Gleich nach dem Hardtail war dann der "One-Forty-B"-Prototyp an der Reihe. Nach einem kurzen Kennenlernen auf der einfachen Strecke machte ich mich auf die kniffligste Strecke, und hier konnte das Bike mit überzeugenden Allround-Eigenschaften punkten. Als modernes Tourenbike, das auch mit gröberen Trails gut zu recht kommt, hat sich der Prototyp trotz noch nicht definitiver Geometrie auf den folgenden beiden Runden sehr gut geschlagen.

Eins von wenigen: Bei der Fahrwerks-Abstimmung.

Der Testbetrieb lief bis vier Uhr nachmittags. Ich retournierte das "One-Forty-B" um zwanzig nach Drei und tauschte gleich mal den Helm gegen die warme Mütze. Auch die Merino-Jacke war jetzt willkommen. Denn mit rund 12 Grad und viel Wind war es nicht wirklich warm. Die Journalisten aus Südamerika und Südost-Asien scharten sich gar um das offene Feuer, um sich warm zu halten. Ich holte mir statt dessen nochmals einen Kaffee.

Per Shuttle-Bus ging es zurück ins Hotel, wo genug Zeit zum Duschen blieb, ehe es via Hotelbar zum Buffet ging. Dort warteten wieder viel zu viele Leckereien, aber wer Kalorien verbrennt, darf auch was in sich hinein spachteln.

Mittwoch, 13. Februar 2013

Mallorca, Tag 2: Neue Rennräder, in Theorie und Praxis

Am zweiten, offiziellen Tag des Merida-Mediacamps standen die neuen Arbeitsgeräte des Teams Lampre-Merida im Zentrum. Zuerst wurde den Journalisten die Entwicklung der Rennräder im Detail präsentiert, dann standen diese für Ausfahrten bereit.


Nach der veritablen Fleisch-Orgie vom Vorabend war für mich klar: Ich würde meine Testrunde am Nachmittag abspulen. So hatte ich keine Eile, als die Präsentation zu Ende war. Statt mich gleich in Rennrad-Montur zu werfen, hatte ich Zeit und Musse, um einige Details des neuen Zeitfahr-Boliden abzulichten. Wegen des böigen Windes war es zwar etwas frisch, aber die Sonne schien bereits.


Am Nachmittag verdeckten zunächst immer wieder finstere Wolken die Sonne, und der Wind schien nochmals aufgefrischt zu haben. Um die Knie vor Auskühlung zu schützen, zog ich eine Zweidrittel-Trägerhose an, dazu ein Langarm-Trikot und ein ärmelloses Thermoshirt drunter. Alles in Weiss, haha. Weil das Wetter nicht so vielversprechend schien, kam noch eine neongelbe Regenjacke dazu - optisch eine Faust aufs Auge, aber praktisch. Schliesslich fielen auch noch einige Regentropfen, als wir uns auf den Weg machten.


Um Viertel vor zwei Uhr begab ich mich zur Testrad-Ausgabe - und musste mich in eine lange Kolonne einreihen. Na toll. Pro Nase brauchte es etwa zwei Minuten, bis die Personalien aufgenommen waren und ein Testbike in der passenden Rahmengrösse heraus gegeben werden konnte. Als noch etwa fünf Leute vor mir anstanden, hiess es, dass meine Rahmengrösse nicht mehr verfügbar sei. Kurz darauf kam aber ein Journalist mit dem genau richtigen Rennrad zurück von seiner Testfahrt: Ein "Scultura SL" in Rahmenhöhe 56cm.



Mit einer halben Stunde Verspätung folgten wir unseren Guides - ich hatte mich der langsameren der beiden Gruppen angeschlossen - und radelten aus Platja de Muro raus und via Alcudia in Richtung Cala Carbo. Dort zeigte sich das Mittelmeer von seiner ungestüm-winterlichen Seite. Die Wellen hätten jedem Surfer das Augenwasser laufen lassen, dafür schien Schwimmen angesichts der schroffen Felsküste und der Brecher keine gute Idee. Uns egal, wir gaben uns mit ein paar Schnappschüssen zufrieden, ehe wir uns auf den Rückweg machten.



Schon nach wenigen Minuten konnte ich mich der Regenjacke entledigen, und so wurde die Rückfahrt zu einer gemütlichen Angelegenheit bei Sonne und nur wenig Wind. Auffällig auch, wie rücksichtsvoll sich die einheimischen Automobilisten gegenüber einem Rudel Rennradler verhielten: Kein Hupen, kein demonstrativ knappes Passieren, und beim Kreuzen nahmen sie Tempo raus und liessen uns lieber noch mehr Platz, als sich Sorgen um ihren rechten Aussenspiegel zu machen. Da könnten sich Blechkutscher in der Schweiz eine Scheibe von abschneiden.


Wie wir nach 1h40min wieder zum grossen Zelt rollten, wartete bereits das Team des taiwanesischen Fernsehens auf uns, um Quotes zu den Rädern einzufangen. Die Journalistin war baff, als ich auf die Frage, wie denn das neue Merida-Rennrad zu fahren sei, wie folgt antwortete: "In two words: hen hao." Was Mandarin/Hochchinesisch für "sehr gut" ist. In der Folge erläuterte ich, wieso ich den Renner für gelungen hielt: Präzises Handling, verlustfreie Umsetzung von Antritten in Vortrieb und dennoch bequem zu fahren - was will man mehr? Vielleicht Warmwasser beim Duschen - aber weil mein Zimmer im dritten Stock war, kam erstens nur ein schwächliches Geplätscher aus der Brause, und zweitens wurde das Wasser maximal lauwarm.

Für einen Samstagabend wurde es danach nicht mehr besonders spät: Nach dem reichhaltigen Abendessen gönnte ich mir noch ein paar Bierchen (vor dem Abendessen ein grosses "Erdinger", danach "Mahou" aus Madrid), ehe ich mich hinlegte. Schliesslich war das erst der zweite Tag von insgesamt fünfen.

Mallorca, Tag 1: Sonne, Strand und Fleisch

Das Programm beim Media-Camp von Merida war abwechslungsreich und gedrängt. Darum liefere ich die Bilder und Eindrücke erst jetzt nach. Die Flucht vor Dauerfrost und Schnee ist aber gelungen.


Während ich bereits am Donnerstag angereist war, trafen viele Journalisten erst im Lauf des Freitags ein. Darum beschränkte sich das offizielle Programm vom Freitag auf das Abendessen. Dieses wurde nicht im Iberostar-Hotel, sondern auf einer Finca ein paar Kilometer weiter weg serviert, und zwar im Rahmen der offiziellen Präsentation des Teams Lampre-Merida.


Bis dahin bot sich die Gelegenheit, einige organisatorische Dinge zu erledigen und die Pressemitteilung zu den Verrichtungen des neu gesponsorten Strassenteams an den vier Rennen der Challenge Mallorca zu formulieren und online zu stellen. Um die Mittagszeit packte ich die Gelegenheit beim Schopf, eines der neuen Mountainbikes von Merida auf dem Strand abzulichten. Die Sonne schien, aber der Wind machte klar, dass es noch lange nicht Sommer war.


Da man die Temperatur auf Bildern nicht erkennen kann, können sich meine Schnappschüsse vom Mittag gleichwohl sehen lassen. "Big.Seven" nennt sich die neue Rennfeile, doch dazu mehr in einem weiteren Posting. Der Nachmittag verging im Flug, auch wenn in Platja de Muro drei Viertel der Geschäfte mit Gittern verbarrikadiert war: Im Februar ist im Norden der Insel voll tote Hose, und nur die vergiftetsten Sportler sind für Trainingslager auf der Insel.


Ab halb Sechs Uhr verkehrten Shuttle-Busse zwischen Hotel und Finca, um Journalisten, Distributoren und eingeladene Fachhändler zum Abendessen zu bringen. Auf der Fahrt kamen wir an blühenden Obstbäumen vorbei - im Februar! Wie wir bei der Finca aus dem Bus ausstiegen, hing der Geruch eines offenen Feuers in der Luft, und im Innenhof des Landgutes wurde sofort klar, woran das lag. Denn dort brannte ein eindrückliches Feuer, das von ganzen Wurzelstöcken und nicht von Holzscheiten gespiesen wurde.


Um das Feuer herum standen Metallgestelle, an denen das zu garende Schweinefleisch (oder war es rumänisches Pferdefleisch?) befestigt war - eine rustikale Art der Zubereitung, wie man sie auch aus Südamerika kennt. Mehrere Männer mit langen Schürhaken hielten das Feuer in Gang, während die Gäste mit Tapas-Häppchen und ersten Getränken versorgt wurden. Nach einigem Smalltalk ging es hinein in die Finca, in den grossen Saal.


Hier wartete das Abendessen und eine aufwändige Präsentation des Teams Lampre-Merida auf uns. Beim Abendessen galt am Grill und Buffet dann das Motto: Wünschen's auch noch eine Beilage zu ihrem Teller Fleisch? Noch während des Essens ging die offizielle Präsentation des Strassen-Rennteams über die Bühne, ehe mit Flamenco-Tanzeinlagen klischeehaft-iberische Folklore auf der Bühne angesagt war.

Gegen halb elf Uhr fuhren die ersten Busse zurück zum Hotel, und inzwischen hatte Regen eingesetzt. Einen kurzen Zwischenstopp an der Hotel-Bar gönnte ich mir noch, danach verzog ich mich auf mein Zimmer. um das noch immer vorhandene Schlafmanko zu reduzieren. Schliesslich war der Samstag der erste Tag mit einem gedrängten Programm.

Freitag, 8. Februar 2013

Vom Schnee in die Sonne

Diese Woche stehen gleich mehrere Termine an, die mich auf Trab halten: Für eine Vorschau auf die Pläne des japanischen Komponenten-Giganten ging es am Mittwoch nach Stuttgart, am Donnerstag stand dann nochmals eine etwas längere Reise an...


Als uns ein Mitarbeiter von Fuchs-Movesa (aka Shimano Schweiz) am Mittwoch kurz nach Mittag am Bahnhof Winterthur abholte, um mit uns nach Winterthur zu fahren, schneite es leicht. Daran änderte sich auf dem Weg nach Stuttgart nichts. Wie wir um elf Uhr abends, nach Rostbraten mit Spätzle und Maultasche, wieder ins Auto stiegen, hatte der Schneefall an Intensität zugelegt. Je näher die Ausläufer des Schwarzwaldes kamen, desto weisser wurde die Fahrbahn.


So sank das Tempo, und ich war erst um 1 Uhr nachts wieder in Winterthur, wo ich mein Radl tief eingeschneit antraf. Bevor ich mir eine kurze Nachtruhe gönnen konnte, musste ich nun noch die 125-Liter-Sporttasche von Evoc mit Sport- und Freizeitbekleidung für einen 5-Tage-Trip nach Mallorca packen. Kurzum: Es wurde nach drei Uhr, ehe ich im Bett lag. Und der Wecker ging am nächsten Morgen um Viertel vor Sechs. Der Blick zum Fenster hinaus zeigte mir ein tief verschneites Winterthur, und der Schneefall hielt noch immer an.


Kontrastprogramm: Schnee in Zürich und aufm Rollfeld nur das Nötigste geräumt,
kein Schnee und Sonne in Wien - aber kalt war es auch!



Um zwanzig nach Sieben checkte ich am Flughafen ein, und zum Glück war auf den Anzeigen nichts von Verspätungen zu erkennen. Denn ich flog via Wien nach Palma de Mallorca, Niki Air lässt grüssen. Trotz des Wintereinbruchs startete mein Flieger pünktlich, und in Wien lag kein bisschen Schnee. Ehe ich es mich versah, begann schon das Boarding des zweiten Fluges, und kurz nach Eins setzte der Flieger im sonnigen Palma de Mallorca auf. Wo es windig, aber noch immer 10 bis 15 Grad wärmer als in der Schweiz war. Gut so.


Am Gepäckband stieg meine Nervosität, weil meine Riesentasche nicht auftauchte - und schliesslich doch noch auf Band 9 statt 10 erschien. Mit anderen Journalisten warteten wir, bis der Bus-Shuttle von Palma nach Platja de Moro fuhr. Der brauchte etwas über 40 Minuten, die ich arbeitend am Laptop verbrachte. Spätestens nach dem Einchecken im Hotel Iberostar, als ich die Vorhänge zurückzog und einen Blick in Richtung Meer wagte, wurde mir klar: Die kurze Nacht und die beiden Flüge hatten sich gelohnt.


PS: Ich bin nicht zum Vergnügen nach Mallorca gereist, sondern zum Arbeiten. Und zwar als Press Officer für den Fahrrad-Hersteller Merida, der hier sein weltweites Media Camp abhält.

Freitag, 25. Januar 2013

Ausfahrten im Winter

Nach einem faulen Start ins Jahr hab ich mich in der vergangenen Woche wieder in den Sattel geschwungen. Der Vorteil von Ausfahrten im Winter ist, dass die Bikes kaum dreckig werden. Dafür muss man hin und wieder auf die Zähne beissen.


Am Mittwoch machte der Nebel kurz nach Mittag der Sonne Platz, und es kündigte sich ein Prachts-Wintertag an. Also haute ich rasch ein Müesli rein, hüllte mich nach dem Zwiebelprinzip in verschiedene Schichten Sportbekleidung und schwang mich in den Sattel meines Trailbikes. Denn dieses hat alle Gänge an Bord und bietet eine Sitzposition, die einem bergauf auch auf verschneiten Wegen eine Chance lässt.


Wie ich den Eschenberg hoch stiefelte, sah ich beim Blick über die Schulter Winterthur in einem Nebelschleier liegen. Leider zückte ich erst später, auf halbem Weg in Richtung Sennhof, die Kamera. Und machte ein Panorama-Bild von der Stadt im Dunst. Nach etwa einer Stunde Fahrzeit waren meine Füsse jedoch unterkühlt: Spezielle Radschuhe mit Platten haben den Nachteil, dass in ihnen eine Kältebrücke eingebaut ist.


Und so kam es, dass die Freude nach der abgespulten Runde von elendiglichem Kuhnageln getrübt wurde, wie ich es schon eine Weile nicht mehr erlebt hatte. Dennoch hatte mich das Velofieber wieder gepackt, und so sass ich auch am folgenden Tag wieder im Sattel: Erst um halb Neun Uhr abends fuhr ich auf meinem kleinen, grünen Hardtail los, und diesmal war nicht der Eschenberg das Ziel.


Stattdessen strampelte ich via Töss der Autobahn entlang zum Golfplatz am Rossberg und von dort durch die Wälder zuerst in Richtung Chämleten, dann via Billikon und Ettenhusen zur Kyburg. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, ganz bis nach Kyburg zu fahren. Schliesslich hat mein Jackal nur neun Gänge zu bieten. Aber in der Kälte und Dunkelheit gab es nur eines: In Bewegung bleiben, "Gring ache u trampe". Über mir donnerten derweil die Jets im Ostanflug in Richtung Flughafen.


Kurz zögerte ich oben in Kyburg, ob ich wirklich den kleinen Wanderweg zu fahren versuchen sollte - vor meinem inneren Auge sah ich mich schon die Hälfte der Abfahrt das Bike tragen, rutschend, fluchend und nach Halt suchend. Aber weit gefehlt: Die Route war von drei Bikern "vorgespurt", der Untergrund zwar gefroren und entsprechend rumplig, aber durchaus griffig. Ehe ich mich versah, war die spassige Abfahrt im Licht zweier Scheinwerfer-Kegel (Hope Vision Pro2 am Lenker, Exposure Lights' Diablo auf dem Helm) schon wieder zu Ende.


Kurz danach flitzte ich über die Töss-Uferwege wieder in Richtung Reitplatz. Gegen zehn Uhr abends traf ich im Gasthof zum Widder ein, wo ich mir gleich ein Bier gönnte. Und sieh an: Keine kalten Zehen, kein Kuhnageln. Weil die FiveTen-Schuhe keine Pedalplatten aufweisen, bieten sie der Kälte keine Brücke, sondern nur Halt auf den Pedalen. Und zudem Halt bei gelegentlichen Schiebepassagen, die sich auf Schnee und Eis nie ganz vermeiden lassen.

Montag, 14. Januar 2013

United Grimaces of Greenhouse

Am vergangenen Samstag ging in Ostermundigen bei Bern das zweite "Bergamont Greenhouse Urban Mountain Bike Race" über die Bühne. Dabei boten die oft prominenten Fahrer dem Publikum ein Spektakel und einige Lacher - mal bewusst, mal in der Hitze des Gefechts weniger bewusst.


Für die sportlichen Aspekte des Rennens verweise ich gerne auf meinen Rennbericht auf der Website des Frontline Magazines. Aber einige der lustigsten Schnappschüssen will ich den Besuchern meines Blogs nicht vorenthalten. Und mich dafür beim Text zurück halten und die Bilder sprechen lassen. Alle Bilder wurden übrigens mit meiner Fuji Film FinePix X10 geknippst, mit dem externen Metz-Blitz.


Zwei Racer der alten Schule: Cedric Gracia (links) und
Claudio Caluori im Swiss Cycling-Grüseltenue.


Beim Briten Brendan Fairclough hält sich das Fratzenschneiden noch in Grenzen,
während Simon Waldburgers Kombination von Outfit, Pornobalken und seiner
konzentrationsbedingten Grimasse (unten) wirklich bemerkenswert ist.



Nick Beer reisst die Augen weit auf und fokussiert den Kurvenausgang,
der Niederländer Joost Wichman bläst dafür die Wangen auf.



Stichwort Atemtechnik: Roger Rinderknecht atmet in der Kurve gezielt aus,
Claudio Caluori nebelt dafür mit seinem Stumpen das Publikum ein.



Wenn die Beine übersäuern, kann die Mimik schon mal ein Eigenleben entwickeln.
Und wenn Schnupftabak im Spiel ist, zieht auch Cedric Gracia Grimassen, haha.