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Mittwoch, 19. Juni 2013

Thunder & Lightning (Sommergewitter, aber so richtig!)

Gestern stiegen die Temperaturen auf 33 Grad, ehe sich ein stattliches Gewitter zusammenbraute. Da ich für einen Salat ausser Haus Essen gegangen war, wurde ich in der Winterthurer Altstadt Zeuge von Blitz, Donner und Platzregen, durchmischt mit etwas Hagel. Aber das alles war nur ein Streifschuss.


Schon um halb sieben Uhr abends machte ein Blick in Richtung Tösstal und Zürcher Oberland klar, dass sich etwas zusammenbraute: Die Ambosswolke war ein mustergültiges Exemplar - und machte sich gut neben dem ollen Sulzerturm. Ich machte mich dennoch auf in die Altstadt, um im Gasthof zum Widder ein leichtes Abendessen zu mir zu nehmen.


Kaum dass ich das panierte Schweinsschnitzel mit Tomaten, Mozzarella und Nudelsalat vertilgt hatte, waren schon die ersten Tropfen zu spüren. Aber umsonst hat sich der Widder keinen "Storen" (in der Sprache Goethes eine Markise) an der Fassade geleistet, und so konnten wir auf der Gartenterrasse bleiben und die Abkühlung geniessen, die Wind und Regen mit sich brachten.


Schon bald rauschte ein mittlerer Bach in den Gully auf der Terrasse - und spülte diesen mal richtig durch. Passanten waren dafür kaum noch auszumachen in den Gassen der Altstadt. Ganz vereinzelt mischten sich gar kleine Hagelkörner unter den Regen, aber anders als im Zürcher Oberland blieb es bei kleinen Körnern, die kaum Schäden an der Vegetation anrichteten.


Allmählich riss dei Wolkendecke wieder auf, was am Abendhimmel für ein sehenswertes Spektakel sorgte: Richtung Süden ein aufklarender Himmel, Richtung Norden eine sehr seltsame, gelb-ockrige Verfärbung und dazwischen noch dunkle, drohende Wolken. Nicht schlecht und ein willkommenes Motiv, um es mit der Panoramafunktion der FujiFilm FinePix X10 einzufangen.

Samstag, 22. Dezember 2012

Rock gegen den Weltuntergang

Am Freitagabend lud der Gasthof zum Widder zu einem Doppel-Konzert der rockigen Sorte. Ein guter Grund, um sich unter die Leute zu mischen und bei ein paar Bierchen über die Weltuntergangs-Hysterie zu frotzeln.

Schon kurz nach neun Uhr legten die drei Römer von "Black Rainbows" los, mit schwerem Stoner- und Retrorock. Treibend, satt und teilweise instrumental. Die Lautstärke war beträchtlich, aber Ohrenpropfen lagen bereit. Und dank der Tiefe des Raums kann man sich im Widder zur Not von der Bühne weg und nach hinten in Richtung Bar orientieren, wenn es einem zu laut wird.



Die "Black Rainbows" hatten schon am 13. Bambole Openair im August 2010 überzeugt, und die Italiener haben seither nichts an Energie und Spielfreude verloren. Leider war die Location während des ersten Konzerts noch nicht wirklich rappelvoll, die drei Römer hätten eine volle Hütte verdient gehabt.


Von natürlich bis quietschbunt: Die LED-Leiste im Widder
kann eine Menge verschiedener Stimmungen erzeugen.


Nach einer bühnenumbau-bedingten Pause plärrte plötzlich und nicht eben leise Karel Gotts "Biene Maja" aus den Lautsprechern, was ich leicht irritiert zur Kenntnis nahm. Aber das Ganz hatte System, denn dies war die Überleitung zum zweiten Konzert der lokalen Band "The Mayas". Die stürmten gegen Ende des Lieds in gelb-schwarz gestreiften Overalls und aufgesetzten Fühlern als Bienlein die Bühne, sehr zur Gaudi des Publikums.



Und legten gleich los wie die Feuerwehr. Es wurden kurzweilige, rockige eineinhalb Stunden mit "The Mayas", der Raum füllte sich bis an die Komfortgrenze - und erstaunlicherweise waren alle Konzertbesucher diszipliniert und verklemmten sich das Rauchen. Für etwas gibt es ja den Hinterhof des Widders, der an dem Abend auch gut besucht war.

Kurz nach Mitternacht war das Konzert zu Ende, gegen zwei Uhr machte ich mich auf den Heimweg. Und konnte mich unterwegs davon versichern, dass die Welt mitnichten untergegangen war. Auch wenn ich selbst mich am kommenden Morgen etwas geplättet fühlte.

Freitag, 2. November 2012

Nightride mit unverhoffter Zugabe

Am Donnerstagabend schwang ich mich um halb Acht auf mein kleines, grünes Elend. Schliesslich wartete Ashima's Pancake Brake darauf, im Gelände getestet zu werden. Und die Temperaturen waren mit rund 10 Grad auch im angenehmen Bereich.

Also durchquerte ich zuerst die Altstadt, kurbelte die Flanke des Eschenbergs hoch und musste auf dem folgenden Pfad mehrmals vom Rad, weil Fallholz die Route blockierte. Der nasse Schnee des vergangenen Wochenendes war für manche Bäume und Sträucher halt doch zu viel. Und zudem waren einige Wege in einem himmeltraurigen Zustand, weil manche Reiter auch bei Nässe die schmalsten Wege wählen - und diese dann wie einen Acker aufwühlen.

Kurz nach dem Wendepunkt in Sennhof: Noch ist das Bike nur mässig eingesaut.

Zu meiner eigenen Überraschung brachte ich ordentlich Druck auf die Pedale und erreichte schon bald den Wendepunkt der kleinen Feierabend-Runde in Sennhof. Noch war das Jackal nur mässig eingesaut, und eine weitere Erkenntnis war erfreulich: Nicht der Scheinwerfer meines Hope Vision 2-Lichtes hat einen Wackelkontakt, sondern der kleinere der beiden Akkus.

Keine 20 Minuten später sah das schon anders aus - Töss-Uferweg sei Dank.

Wie ich die ersten Bilder meine Bikes knippste, sah ich, wie sich eine weitere Gruppe Biker auf der anderen Flussseite näherte. Was ich schon vermutete, bestätigte sich kurz darauf: Auch diese nahmen den kleinen Töss-Uferweg in Angriff, der zu dieser Jahreszeit nicht nur schmal und verwinkelt, sondern stellenweise auch abenteuerlich schlammig ist.

Abendliches Selbstportrait mit leicht beschlagener Brille.

Gleich nach der ersten, breiteren Passage machte die Gruppe eine Pause - und gab mir damit eine Chance, gleich vorbei zu ziehen, um in der Folge freie Bahn zu haben. Nun, es wurde eine wilde Fahrt um die Ecken und immer wieder über Fallholz oder geduckt unter abgebrochenen Ästen durch. Einmal hatte ich sogar richtig Glück, weil ein grosser Ast gegen die Fahrtrichtung in den Pfad ragte.

Mit frisch eingesauten Bike-Klamotten an ein Live-Konzert? Kein Problem im Widder!

Ich sah den Ast erst im letzten Moment und hatte Glück, mir diesen nicht in den Unterleib zu rammen - aber zum Stillstand brachte er mich. Und wenn ich den linken Bremshebel verdrehsicher am Lenker montiert hätte, wäre er wohl abgebrochen. So schaute er nach dem Aufprall auf den Ast nur nach hinten. Wenig später flitzte ich schon an den Fussball-Feldern am Reitplatz vorbei, und einige Minuten später fand ich mich in der Altstadt im Gewühl des Weihnachtsmarktes wieder - Raclette und Glühwein inklusive und damit olfaktorisch eine Herausforderung.

Schlagzeug und Cello - eine wirklich ungewohnte Kombination.

Nachdem ich mein Bike abgeschlossen hatte, betrat ich den "Gasthof zum Widder", und der war bereits für ein Konzert der Combo "Guts Pie Earshot" vorbereitet. Noch sagte mir diese Zweimann-Band nichts, aber die installierten Instrumente waren schon einmal ungewöhnlich: Ein Schlagzeug, ein Keyboard mit Percussion-Erweiterungen und - ein Cello mit Wahwah-Verzerrer.

Keine Stufe zwischen Bühne und Publikum: Auch Konzerte sind im Widder unhierarchisch.

Das Versprach schon einmal etwas, aber das Resultat war nochmals besser: Die Musik von "Guts Pie Earshot" oszilliert zwischen Techno, Ambient und Metal, ist treibend, tanzbar und doch sehr eigen, nur schon durch das verzerrte Cello, das mal wie ein Streichinstrument, mal wie eine e-Gitarre klingt. Frei nach Fat Boy Slim würde ich zu dieser Musik meinen: "If this don't make your body move, your body must be dead!"


Das Konzert dauerte inklusive Zugabe rund zwei Stunden, aber diese Zeit verging wie im Flug - mal abgesehen davon, dass das Wetter gegen halb Elf Uhr umschlug: Der Wind frischte auf, die Temperaturen gingen zurück und dann setzte Regen ein. Mir war das egal: Die Kleider waren eh schon eingesaut und mussten am folgenden Tag in die Waschmaschine, ich selbst musste auch noch um Mitternacht duschen.


Aber das hat man davon, wenn man direkt vom Biken zu einem Live-Konzert geht, das sich als gut erweist. Und somit eine unverhoffte Zugabe nach einem spassigen Nightride bot.

Sonntag, 6. Mai 2012

Wenn Hunde auf Barhockern sitzen

Aufm Rückweg von den BikeDays machte ich im Gasthof zum Widder Station, um etwas zu Abend zu essen. Dabei fiel mir ein Hund auf, der sich sehr menschlich benahm...

Denn besagter Hund sprang auf einen der Barhocker und setzte sich auf diesen. Dort verharrte er dann rund zehn Minuten lang - und das, ohne dass ihm ein Bier serviert worden wäre. So ein Hundeleben aber auch!

Montag, 9. April 2012

Mahlzeit an Ostern

Der "Gasthof zum Widder" zeigte über Ostern ein Herz für all jene, die sich nicht wirklich um hohe Feiertage des christlichen Kalenders scheren. Bloss die Küche machte Pause, was auf eine etwas eigenwillige Art und Weise kommuniziert wurde.


In Zeiten, als Trinkwasser noch genau so Mangelware war wie die Nahrungsmittel, die uns heute vertraut sind, wurde Bier schon einmal als "flüssiges Brot" bezeichnet. Besonders das dunkle, schwere Doppelbock-Bier erwies sich als sättigend (wer schon einmal zwei Pints Guiness getrunken hat, wird das bestätigen können) und war darum auch und gerade während der Fastenzeit in den Klöstern beliebt.


Da passt es einfach zu gut, wie der "Gasthof zum Widder" auf der Wandtafel darauf aufmerksam machte, dass die Küche den Betrieb während der Ostertage eingestellt hatte. Und zwar komplett eingestellt hatte. Es gab also nicht nur keine Abendküche, sondern auch keine Sandwiches, Salate oder Tagessuppen. Dafür aber durchgehend Bier. In diesem Sinne: Prosit Ostern.

Freitag, 2. März 2012

Widewidewidmann

Der Mann mit der Klampfe beehrt morgen Abend mal wieder den Gasthof zum Widder in Winterthur: Götz Widmann macht im Rahmen seiner ahoi-Tour Station. Allen Liebhabern subversiver Lieder wärmstens empfohlen.

Ob es nun um Hank, den einzig verbrieften Haschischtoten, oder ums Zöllner vom Vollzug abhalten geht: Götz Widmann ist in seinen Songs für einige Kalauer der subversiv-rauschfreundlichen Sorte gut. Und weiss diese auch mit nachdenklichen Momenten zu verbinden, wie im Song "Das Leben sollte mit dem Tod beginnen".

Abtauchen mit Götz? Kein Problem, am 3. März im Gasthof zum Widder.

Letztmals war der Götz am 9. Dezember 2010 im Widder zu Besuch, nun beehrt er uns genau am Abend vor meiner Abreise nach Taipeh - perfektes Timing, nennt man sowas wohl. Lange feiern, kurze Nacht, wach bleiben, bis ich nach dem Hüpfer nach Frankfurt im Flieger nach Peking sitze (was bedingt, dass am FraPort nicht mehr gestreikt wird) und dann den Schlaf nachholen. Und so dem Jet Lag ein Bein stellen.