Montag, 20. Mai 2013

Blutsaugendes Gesocks (Makrowelten)

Schon bei meinem Ausflug nach Südfrankreich hab ich unfreiwillig eine Zecke exportiert, nun hat mich der nächste Blutsauger erwischt. Diesmal am Bein, gleich wo das Bündchen der Sportsocken abschliesst.


Bevor ich mich zum Geburtstag meines Vaters aufmachte, hüpfte ich unter die Dusche. Viel Zeit blieb nicht, und beim Abtrocknen entdeckte ich eine Stelle überm rechten Fuss, die wie eine ganz kleine, oberflächliche "Schnatter" aussah. Beim genauen Hingucken erwies sich dies aber als ein gemeiner Zeck (aka Holzbock), der sich an meinem Blut laben wollte und schon angedockt hatte.


Ein kleiner Spritzer desinfizierendes Merfen Tinktur brachte den Blutsauger nicht von seinem Vorhaben ab (oder um, was mir noch lieber gewesen wäre - bei Zecken hört die Tierliebe auf), und so machte ich mich mit dem Parasiten am Bein auf den Weg: Mit dem Bahnhofsklepper zum Bahnhof, per Zug nach Frauenfeld und von dort aus im Auto von Jeroen und Nina nach Steckborn. Dort hat dann "Lupo" an seinem Geburtstag das Viech mit einer Pinzette sorgfältig entfernt. Danke!

NB: Die Zecke war noch winzig klein, die Bilder sind mit Hilfe der Supermakro-Funktion meiner Fuji FinePix X10 entstanden.

Freitag, 17. Mai 2013

Abendrot

Wo wir grad bei Farben sind: Diese Woche bot sich ein schöner Sonnenuntergang, als ich eines Abends Zeit im Grünen verbrachte. Und zum Glück hatte ich meine Fuji FinePix X10 dabei.


Während die Farben mit der automatischen Schnappschuss-Einstellung noch nicht richtig zur Geltung kamen (Bild oben), zeigte sich nach dem Wechsel in den Aperture-Modus (manuelle Einstellung der Blende bei automatischer Anpassung der Verschlusszeit) ein der unmittelbaren Wahrnehmung annähernd entsprechendes Resultat.



Weil ich bei der Verwendung des externen Blitzes ohnehin in den Aperture-Modus wechsle, ist das gut zu wissen. Und schön anzuschauen war es auch.

Samstag, 4. Mai 2013

Nachtrag III: 50 Shades of Gr..een!


Die faszinierendste Zeit des Frühlings neigt sich schon wieder dem Ende entgegen. Wenn alle pflanzen austreiben, spriessen und wachsen, zeigt sich, dass es nicht ein Grün gibt. Sondern etwa 50 Schattierungen von Grün.

Mal ein geschätztes Dutzend der titelgebenden 50 shades of green.

Anfangs Mai fand abends um neun Uhr eine Sitzung fürs Bambole Openair statt. Ich beschloss, vor der Sitzung noch kurz ins Grüne zu radeln - denn die Vegetation ist um die Jahreszeit für mich am faszinierendsten. Aber ich hatte die Rechnung ohne Petrus gemacht. Zunächst verdunkelte sich der Himmel nur, dann fielen erste Tropfen.

Den Regen sichtbar gemacht: Das ist nicht der Schatten der Brücke,
sondern der Streifen, wo die Regentropfen des Schauers nicht hinkommen.

Also machte ich mich der Töss entlang auf den Rückweg in Richtung Stadt, wobei das satte Grün entlang des Weges schon fast zu leuchten schien. Weil der Regen weiter an Intensität zulegte, stellte ich mich unter eine kleine Brücke am Fluss. Wie ich dort wartete, bis sich das Wetter wieder etwas beruhigte, zog das Wetter genau über meine Position hinweg. Einmal ging in nächster Nähe ein Blitz nieder. Will heissen: Vom Blitz bis zum Donner verging keine Sekunde - wow.

Noch einigermassen trocken - aber das sollte sich noch ändern.

Etwas nördlich von Winterthur, vor allem im Raum Schaffhausen, hat dieses Gewitter grosse Schäden verursacht. Bei mir führte es nur dazu, dass ich um neun Uhr triefend nass zu der Sitzung auftauchte und selbige statt auf dem Sofa auf einer Zeitung aufm Boden sitzend verbrachte - die triefnasse Hose lässt grüssen.

Freitag, 3. Mai 2013

Nachtrag II: Depot 195

Seit dem 1. Mai hat Winterthur mit dem "Depot 195" eine erschwingliche Herberge. Ab 33 Franken kann man in Laufdistanz zum Bahnhof übernachten. Beim Eröffnungsfest am 27. April konnte man sich selbst ein Bild davon machen, wie es im umgenutzten Industriebau aufm Sulzerareal Zentrum aussieht.




Zur Eröffnung hatten die Initianten des "Depot 195" verschiedene Bands aufgeboten, darunter auch die Ein-Mann-Band "Tongue Tied Twin". Zudem standen ein Grill und ein Bierstand bereit, um die grundlegenden Bedürfnisse der Besucher abzudecken (ja, Tee und Kaffee gab es natürlich auch, und vegetarische Käse-Tofu-Spiesse). Leider spielte aber das Wetter so gar nicht mit: An diesem Samstag schien die Natur direkt vom Frühling in den Herbst gewechselt zu haben.





Die Herberge wurden in die oberen Stockwerken eines Backsteinbaus beim Lagerplatz gebaut. Vom mit runden Spiegeln versehenen Eingang geht es per Treppe oder Lift hoch zur Reception, die zugleich als Lounge und Café dient. Gegenüber lädt die Gemeinschaftsküche zum Verweilen oder Kochen ein, dahinter folgen Toiletten, Duschen und Zimmer mit 6 bis 8 Schlafplätzen. Alles zweckmässig, hell und modern. Wer mehr Privatsphäre und/oder Luxus braucht, ist in den kleineren Zimmern einen Stock höher richtig, zahlt dafür aber auch etwas mehr.






Schon als ich beim "Depot 195" ankam, traf ich eine Menge bekannter Gesichter. Im Verlauf des Abends wurden das bloss noch mehr, und am Ende war der harte Kern in der geräumigen Küche versammelt. Zumindest bis wir um halb elf Uhr von der aufräumenden Crew freundlich aber bestimmt zum gehen aufgefordert wurden. Ich hatte nicht mehr übertrieben grosse Lust, im Nieselregen bei 5 Grad weiter an kaltem Bier zu nippen und zog darum noch eine Adresse weiter. Um die Erkenntnis reicher, dass ich Bekannten nun eine wirklich günstige Möglichkeiten zum Übernachten im Zentrum Winterthurs empfehlen kann.

Donnerstag, 2. Mai 2013

Nachtrag I: Jahrestreff der Trail-Lobbyisten

Kaum wieder vom Mont Ventoux in der Schweiz zurück, fuhr ich trotz nicht eben einladenden Wetters für die Jahresversammlung von Trailnet nach Bern. Immer wieder faszinierend zu sehen, wie aus wilden Buddlern politisch versierte Lobbyisten werden.

Die Anwesenden an der Trailnet-Jahresversammlung lauschen aufmerksam den Ausführungen...

Das erste Projekt des Vereins Trailnet war der Gurtentrail am Berner Hausberg - oder genauer dessen nachträgliche Legalisierung. Seither ist einiges gegangen, Strecken in Biel, Hinterkappelen und am Gempen sind dazu gekommen. Und neulich war Trailnet einer der massgeblichen Akteure, als es darum ging, Bikebegeisterte gegen eine geplante Verschärfung des Waldgesetzes im Kanton Bern zu mobilisieren.

... von Vereins-Präsident Noodlez aka Samuel Hubschmid. 
Der legt übrigens Wert darauf,dass die Cargopants, schweren Schuhe, die Pose 
mit erhobenem rechtem Arm und der Scheitel keine politische Andeutung sind.

Als Gründungsmitglied von Trailnet und dessen Vorgänger-Verein Bear Riders verfolge ich die Evolution des Vereins und dessen Tätigkeit mit Interesse. Zumal die ursprünglichen Vereinsziele darunter nicht leiden. Im Gegenteil, nach dem Schiesskanal kann Trailnet anfangs Juni mitten im Berner Weissenstein-Quartier eine weitere Anlage eröffnen, diesmal einen Pumptrack.

Beim Gruppenbild des Trailnet-Vorstandes bestätigt sich das Naturgesetz,dass in Gruppen 
von mehr als 5 Personen immer jemand mit geschlossenen Augen aufs Bild kommt.

Wegen des Wintereinbruchs musste erstmals seit sechs Jahren das Programm der Saisoneröffnung geändert werden: Das frohe Knattern auf dem Gurtentrail entfiel genauso wie die Ausstellung von Fachhändlern aus der Region inklusive Testbikes. So fuhr ich erst am Nachmittag in Richtung Bern und merkte beim Blick aus dem Zugfenster, dass die Landschaft umso grüner wurde, je weiter ich in Richtung Westen kam.

Wenn sich solche Motive ergeben, ist die Zeit meist fortgeschritten.

Die Jahresversammlung selbst brachte ein gemütliches Treffen mit Bekannten bei Häppchen und Bier im Club Uptown, oben auf dem Gurten. Bei dem wenig einladenden Wetter lichteten sich die Reihen nach dem Pflichtprogramm der eigentlichen Jahresversammlung aber früher als üblich, so dass auch wir uns kurz nach elf Uhr zur Bergstation der Gurtenbahn begaben, um wieder in Richtung Stadt zu gelangen.

Drei Haltestellen der S3 und einen kleinen Fussmarsch später war ich bei meinem Gastgeber für die Nacht und Trailnet-Vereinspräsidenten Noodlez zu Hause. Bei einem Marillenschnaps liessen wir die Versammlung und die Ereignisse der vergangenen und Pläne der kommenden Monate nochmals Revue passieren, dann rief der Schlafsack, oder so ähnlich.

Montag, 29. April 2013

Rennschneckeeee!

Schnecken stehen im Ruf, bei der Fortbewegung nicht so viel Wert auf ein hohes Tempo zu legen. Das Grün meines Fun-Hardtails hat nun aber ein Exemplar angelockt, das auf den Geschmack gekommen zu sein scheint...



Denn seit einigen Tagen hält sich die kleine Schnecke mit ihrem farbigen Haus an meinem Santa Cruz "Jackal" - mal am Rahmen, mal wie am Samstag am Vorbau des Bikes. Und hat so schon etliche Kilometer zurück gelegt. Und das in einem Tempo, das unter Schnecken wohl unter "Warp Speed" gehen dürfte.

Sonntag, 28. April 2013

Von blutenden Herzen - Die neuen Leiden der Doris F.


Eines kann man der Stadtzürcher Politik nicht absprechen: Unterhaltungspotenzial. Nach der Wahl von Richard Wolff in den Stadtrat verzweifelt Doris Fiala von der FDP öffentlich ob der Stimmberechtigten in der Stadt, die mehrheitlich links der Mitte stehen. Dabei zeigt sich: Die Bürgerlichen politisieren an einer weniger ideologisch gepolten Generation junger Urbaner vorbei.

Die jüngere Bevölkerung von Zürich lässt sich nicht in Schablonen drücken: Viele verzichten bewusst aufs Auto, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis für innerstädtische Fahrten nun einmal nicht stimmt. Zugleich sind aber auch viele für liberalisierte Ladenöffnungszeiten, und Gewerkschaften haben in der Stadt der Ego-AGs einen eher schweren Stand. In gesellschaftspolitischer Hinsicht sind die Stadtzürcher ohnehin ausgesprochen aufgeschlossen, von gleichgeschlechtlichen Ehen bis zu Betreuungsangeboten für Kinder. Und vom Aushungern des Staates halten sie eher wenig, weil das auf Kosten der Infrastruktur geht. Das behaupte ich nicht einfach so, das folgere ich aus dem Ausgang diverser Sachabstimmungen. Und das bestätigen so auch anerkannte Experten wie Claude Longchamp und Andreas Ladner.

Volksnah dank iPhone oder allein auf weiter Flur? Doris Fiala. (Bild: Keystone)

Bürgerliche politisieren an der Stadtbevölkerung vorbei...
In den Reihen der beiden bürgerlichen Parteien FDP und SVP sucht man aber so positionierte Exponenten vergeblich. Statt dessen dominieren bis in die CVP hinein Vertreter des Bankensektors, der Versicherungen und Wirtschaftsanwälte. Für Probleme wie das Fehlen erschwinglicher Wohnungen in Folge der Aufwertung von Quartieren oder mangelnde Strukturen zur Tagesbetreuung von Kindern fehlt dieser Art von Bürgerlichen jedes Verständnis. Ebenso für zu viel bezahlte Krankenkassen-Prämien, die nicht rückvergütet werden. Dafür wehren sie sich bis aufs Blut für 45 Parkplätze hier und 50 Meter Auto-Abbiegespur dort. 

Genau das sind aber Probleme, die Stadtzürchern im Unterschied zu mit dem Auto in die Stadt Pendelnden schlicht nicht interessieren. Auch der Steuerfuss fällt im Vergleich zu wegen gieriger Vermieter rasant steigenden Mieten finanziell nur am Rande ins Gewicht. Darum verlieren die Bürgerlichen nicht nur Sitze im Stadtrat, sondern auch ihre politische Gestaltungskraft in der Stadt selbst. Statt das Zürich des 21. Jahrhunderts mit zu gestalten, werden sie nur als Nostalgiker und Störfaktoren wahr genommen, als Flugsand ohne Einfluss auf das Funktionieren der Maschine. Manchmal gelingt es ihnen gar, mit Hilfe des Kantons die Stadt auszutricksen.

Im Katzenjammer vereint: Exponenten von FDP, SVP und CVP. (Bild: Keystone)

… und sie pflegen offen beleidigende Vorurteile
Aber wie das bei den Stadtzürcher Stimmberechtigten ankommt, wird nicht Erwägung gezogen. Genau so wenig wie beim Wiederholen der immer gleichen Leier, wonach keiner der links wählenden Städter einen Job habe, Verantwortung trage oder gar Steuern zahle. Diese dümmliche Art pauschalisierender Vorurteile, in Verkehrsdebatten auch Eins zu Eins gegen Velofahrende verwendet, ist die sicherste Art, es sich mit den Stimmberechtigten in der Stadt zu verscherzen. Denn diese zahlen sehr wohl Steuern, und dazu nicht den niedrigsten Steuersatz. Aber sie tun es bewusst, weil sie von der Stadt auch ein mehr an Infrastruktur erwarten und bekommen. Dass die Mieten in der Stadt höher sind als auf dem Land, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.

Dazu kommt dann noch, dass sich SVP und FDP einen Gockelkampf um die Führung des saft- und kraftlosen, bürgerlichen Lagers liefern. Wenn dieses auch weiter eine Politik für Pendler statt für Stadtbewohner macht, wird es weiter an Bedeutung verlieren. Dabei gäbe es durchaus ein bürgerliches Stimmpotential in der Stadt. Aber dieses ist nicht reaktionär, ausländerfeindlich und gesellschaftlich konservativ. Bis zu den Fialas dieser Welt ist da freilich noch nicht vorgedrungen. Im Gegenteil: Fiala ätzt noch rum, dass die letzten drei Stadtpräsidenten der SP alle "Zugezogene" gewesen seien.

Mit Vollgas in die Bedeutungslosigkeit?
Frau Fiala, schreiben Sie sich folgendes hinter ihre perlenbehangenen Ohren: Eine Mehrzahl der Zürcher sind "Zugezogene". Und als solche haben sie die Knappheit erschwinglicher Wohnungen am eigenen Leib zu spüren bekommen. Im Unterschied zu Zürichberg-Freisinnigen wie Ihnen, die mit dem goldenen Löffel im Mund in eine Familie von Zoiftern hinein geboren wurden. Und die mit Verlaub nicht den Hauch einer Ahnung von den Alltagssorgen der Stadtbewohner haben. 

Wenn der Freisinn nur für diese abgehobene Elite Politik macht, wird der Stimmanteil weiter schrumpfen, bis sogar die Alternative Liste im Vergleich dazu wie eine etablierte Grosspartei erscheint. Denn in einer Demokratie geht es auf Dauer nicht auf, an den Bedürfnissen grosser Teile der Bevölkerung vorbei zu politisieren. Wie gesagt: Vom Unterhaltungspotenzial her bewegt sich das auf hohem Niveau. Immerhin etwas.