Aus dem fernen Wien wurde ich auf diesen Kurzfilm aufmerksam gemacht: Es geht um eine iPad-App, die Aufschluss über Velo-Klassiker gibt. Anclicken und geniessen.
Ob Faltrad oder Zeitfahrbolide, ob nobel-altväterliches Stadtrad, relaxtes Liegerad oder minimalistischer Renner: Die beworbene App bietet in einem Wisch Informationen zu jeder erdenklichen Art von Fahrrad. Und dazu eine einzoombare Rundumsicht von beeindruckender Studio-Qualität. Eine sympathische Idee und ein gut gemachter Werbefilm. Danke für den Link, Roger.
Montag, 6. Februar 2012
(Wirklich) Kalte Ausfahrt
Nach Mitternacht ist die Temperatur auf -16° abgesackt, am Nachmittag waren es mal - 7.6°. Und als ich am Abend für eineinhalb Stunden mit dem Bike unterwegs war, wohl -10°. Spass gemacht hat's trotz der Kälte.
Gepackt hat es mich, als ich mir am Nachmittag per Live-Stream ein Rennen der Superprestige-Rennserie (Radquer) in Belgien geguckt habe: Die Fahrer legten auf dem hart gefrorenen Boden in Hoogstraten (Belgien) ein irrsinnig schnelles und spannendes Rennen hin. Wie ich dem Rennen folgte, reifte der Entschluss: Ich wollte auch noch fahren gehen. Also lud ich den Akku der Light&Motion-Lampe nochmals, packte den Rucksack und begann, mich Schicht um Schicht gegen die Kälte zu wappnen: Eine Dreiviertel-Trägerhose mit Sitzeinsatz, ein ärmelloses Thermoshirt, weiche Knieschützer und dicke Sportsocken, als zweite Schicht ein dickes Langarmtrikot, eine lange Motocross-Hose und GoreTex-Übersocken, darüber nochmals eine winddichte, warme Jacke zum Radeln und ein Kapuzenpullover.
Statt Clickpedalen kamen einfache Tatzen ans Tourenbike - bei Clickerschuhen bildet die Aussparung für die Pedalplatte eine verlässliche Kältebrücke, auf die ich verzichten konnte. Also mussten die FiveTen-Schuhe herhalten. Noch ein Microfaser-Schlauch um den Hals und ein Stirnband mit Ohrenwärmern unterm Helm und zwei paar Handschuhe übereinander, und ich war bereit. Um zehn vor Sechs abends, daher der starke Scheinwerfer für den Lenker. Auf der kurzen Standardrunde um den Eschenberg und auf den Töss-Ufertrails zurück war der Boden zwar hart gefroren, der Schnee aber nur leicht angespurt. Zu Beginn zwang Schnittholz einige Male zum Absteigen und Schieben, aber das war rasch vorbei. Was blieb, war der Schnee, der das Vorankommen auf den kleinen Wegen mühsam machte und zu steter Konzentration zwang. Ausser einigen Autos begegnete ich keiner Menschenseele mehr, nachdem ich die Stadt hinter mir gelassen hatte.
Erst nach etwa eineinviertel Stunden meldeten sich die Zehen, und auch an den Händen wurde es langsam frisch. Aber da rollte ich schon am eingeschneiten Pumptrack am Reitplatz vorbei und konnte mir keine zehn Minuten später einen warmen Tee Rum gönnen. Man kann an einem Sonntag Abend dümmeres machen - Kälte hin oder her.
Statt Clickpedalen kamen einfache Tatzen ans Tourenbike - bei Clickerschuhen bildet die Aussparung für die Pedalplatte eine verlässliche Kältebrücke, auf die ich verzichten konnte. Also mussten die FiveTen-Schuhe herhalten. Noch ein Microfaser-Schlauch um den Hals und ein Stirnband mit Ohrenwärmern unterm Helm und zwei paar Handschuhe übereinander, und ich war bereit. Um zehn vor Sechs abends, daher der starke Scheinwerfer für den Lenker. Auf der kurzen Standardrunde um den Eschenberg und auf den Töss-Ufertrails zurück war der Boden zwar hart gefroren, der Schnee aber nur leicht angespurt. Zu Beginn zwang Schnittholz einige Male zum Absteigen und Schieben, aber das war rasch vorbei. Was blieb, war der Schnee, der das Vorankommen auf den kleinen Wegen mühsam machte und zu steter Konzentration zwang. Ausser einigen Autos begegnete ich keiner Menschenseele mehr, nachdem ich die Stadt hinter mir gelassen hatte.
Erst nach etwa eineinviertel Stunden meldeten sich die Zehen, und auch an den Händen wurde es langsam frisch. Aber da rollte ich schon am eingeschneiten Pumptrack am Reitplatz vorbei und konnte mir keine zehn Minuten später einen warmen Tee Rum gönnen. Man kann an einem Sonntag Abend dümmeres machen - Kälte hin oder her.
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Sonntag, 5. Februar 2012
Wie angegossen
Nein, diese Handschuhe sind nicht vor lauter Dreck erstarrt. Sie passen einfach unglaublich gut und sind dazu noch zäh.
Die Schweden von POC geizen bei ihrer Schutzausrüstung nicht mit eigenständigen Designs und hochwertigen Materialien, und da macht der "Index Flow" keine Ausnahme. Innen sorgt dünnes Pittardleder ohne störende Polster oder Nähte für spartanischen Komfort und ein direktes Gefühl am Lenker ohne Druckstellen.
Das Sahnehäubchen ist die Aussenseite: Dickes, dennoch geschmeidiges Leder umhüllt die beiden kleinsten Finger und zieht sich über den Handrücken. Die übrigen Finger sind aus leichterem, dennoch robustem Material gefertigt. Besonders geschützt sind die Fingerknöchel: Über dem kleinen und dem Ringfinger ist eine vorgeformte Carbonplatte eingearbeitet, über dem Mittel- und Zeigefinger eine Aufschäumung.
Der "Index Flow" hält nicht nur erfreulich lange, sondern sitzt auch wie angegossen. Das zeigt sich auch, wenn man die Dinger nicht trägt: Die beiden kleinen Finger bleiben leicht gekrümmt, auch gegen die Schwerkraft. Was dem Handschuh einen leicht zombiehaften Charme verleiht.
Die Schweden von POC geizen bei ihrer Schutzausrüstung nicht mit eigenständigen Designs und hochwertigen Materialien, und da macht der "Index Flow" keine Ausnahme. Innen sorgt dünnes Pittardleder ohne störende Polster oder Nähte für spartanischen Komfort und ein direktes Gefühl am Lenker ohne Druckstellen.
Das Sahnehäubchen ist die Aussenseite: Dickes, dennoch geschmeidiges Leder umhüllt die beiden kleinsten Finger und zieht sich über den Handrücken. Die übrigen Finger sind aus leichterem, dennoch robustem Material gefertigt. Besonders geschützt sind die Fingerknöchel: Über dem kleinen und dem Ringfinger ist eine vorgeformte Carbonplatte eingearbeitet, über dem Mittel- und Zeigefinger eine Aufschäumung.
Der "Index Flow" hält nicht nur erfreulich lange, sondern sitzt auch wie angegossen. Das zeigt sich auch, wenn man die Dinger nicht trägt: Die beiden kleinen Finger bleiben leicht gekrümmt, auch gegen die Schwerkraft. Was dem Handschuh einen leicht zombiehaften Charme verleiht.
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Samstag, 4. Februar 2012
Game Over: Death by WOW
Auch ich habe eine Xbox 360 (und unter einer Schicht Staub eine PS2) im Wohnzimmer stehen. Auch ich bin Computerspielen nicht abgeneigt. Aber wortwörtlich bis zum Tod spielen? So befremdend das klingt, es kommt vor...
Wie die Online-Ausgabe der englischsprachigen, taiwanesischen Zeitung Taipei Times (gehört zu Liberty Times Group und steht der Pan-Green Opposition nahe) heute meldet, hat sich ein 23jähriger Angestellter eines Kabelfernseh-Betreibers in einem Internet-Café in New Taipei City wortwörtlich zu Tode gespielt. Der Mann sei um 10 Uhr am Donnerstag Abend in dem Café erschienen und habe laut einem Angestellten des Internet-Cafés im Voraus für eine Dauer von 23 Stunden (!) bezahlt.
Und sich dann an einer der Stationen eingerichtet, um in die Spielwelt von "World of Warcraft" abzutauchen. Ob er dort einen eigenen Charakter voran trieb oder als eine Form von Nebenerwerb kommerziell mühsame Fleiss- und Sammelaufgaben für Spieler in anderen Ländern erledigte (ja, diese Art von Erwerbstätigkeit hat sich rund um "World of Warcraft" wirklich entwickelt - und wurde sogar schon von Aufsehern in Zwangsarbeitslagern der Volksrepublik als Einnahmequelle entdeckt), ist nicht bekannt. Auf jeden Fall meldet der Angestellte des Internet Cafés, er habe gesehen, wie der Kopf des Spielers nach etwa zehn Spielstunden nach unten gesackt sei.
...
"Seeing Chen’s hands rigidly stretched out in front of him as if he were still gaming when he moved the sofa chair back, the clerk said he called police."
...
Er habe sich nichts dabei gedacht und angenommen, dass der Kunde eingedöst sei. Umso grösser der Schreck, als er diesen 13 Stunden später wecken wollte, weil die im Voraus bezahlte Nutzungsdauer abgelaufen war: Die Totenstarre hatte bereits eingesetzt. Und die rund 10 anderen Spieler im Café liessen sich von der ermittelnden Polizei vor Ort nicht weiter stören und erwiesen sich weder als auskunftsfreudig noch als ergiebige Quellen: Sie hatten vom Ableben ihres Mitspielers schlicht nichts mitbekommen, und sie liessen sich auch durch die um die Leiche wuselnden Forensiker nicht vom Spielen ablenken.
...
"On the issue of other players in the cafe not paying any attention to someone’s death, National Tsing Hua University Institute of Sociology professor Wang Chin-shou (王俊秀) yesterday said that once people were addicted to games and the Internet, it is easy for them to over-indulge and blur the lines between the virtual and the real world."
...
Eine etwas gruselige Geschicht, zugegeben, die aber einen Einblick in die oft obsessive Gamer-Subkultur in Fernost liefert. Und die dem Ausdruck "Game Over" eine ganz neue Bedeutung verleiht.
Wie die Online-Ausgabe der englischsprachigen, taiwanesischen Zeitung Taipei Times (gehört zu Liberty Times Group und steht der Pan-Green Opposition nahe) heute meldet, hat sich ein 23jähriger Angestellter eines Kabelfernseh-Betreibers in einem Internet-Café in New Taipei City wortwörtlich zu Tode gespielt. Der Mann sei um 10 Uhr am Donnerstag Abend in dem Café erschienen und habe laut einem Angestellten des Internet-Cafés im Voraus für eine Dauer von 23 Stunden (!) bezahlt.
Für alle, denen "WOW" nichts sagt: So schaut das (in etwa) aus.
Und sich dann an einer der Stationen eingerichtet, um in die Spielwelt von "World of Warcraft" abzutauchen. Ob er dort einen eigenen Charakter voran trieb oder als eine Form von Nebenerwerb kommerziell mühsame Fleiss- und Sammelaufgaben für Spieler in anderen Ländern erledigte (ja, diese Art von Erwerbstätigkeit hat sich rund um "World of Warcraft" wirklich entwickelt - und wurde sogar schon von Aufsehern in Zwangsarbeitslagern der Volksrepublik als Einnahmequelle entdeckt), ist nicht bekannt. Auf jeden Fall meldet der Angestellte des Internet Cafés, er habe gesehen, wie der Kopf des Spielers nach etwa zehn Spielstunden nach unten gesackt sei.
Foto: Cheng Shu-ting, Taipei Times
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"Seeing Chen’s hands rigidly stretched out in front of him as if he were still gaming when he moved the sofa chair back, the clerk said he called police."
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Er habe sich nichts dabei gedacht und angenommen, dass der Kunde eingedöst sei. Umso grösser der Schreck, als er diesen 13 Stunden später wecken wollte, weil die im Voraus bezahlte Nutzungsdauer abgelaufen war: Die Totenstarre hatte bereits eingesetzt. Und die rund 10 anderen Spieler im Café liessen sich von der ermittelnden Polizei vor Ort nicht weiter stören und erwiesen sich weder als auskunftsfreudig noch als ergiebige Quellen: Sie hatten vom Ableben ihres Mitspielers schlicht nichts mitbekommen, und sie liessen sich auch durch die um die Leiche wuselnden Forensiker nicht vom Spielen ablenken.
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"On the issue of other players in the cafe not paying any attention to someone’s death, National Tsing Hua University Institute of Sociology professor Wang Chin-shou (王俊秀) yesterday said that once people were addicted to games and the Internet, it is easy for them to over-indulge and blur the lines between the virtual and the real world."
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Eine etwas gruselige Geschicht, zugegeben, die aber einen Einblick in die oft obsessive Gamer-Subkultur in Fernost liefert. Und die dem Ausdruck "Game Over" eine ganz neue Bedeutung verleiht.
Sonntag, 15. Januar 2012
Greenhouse Urban Mountainbike Race
Ob Dual-Rennen in der Kiesgrube oder ein Pumptrack-Race im Treibhaus: Adrian Kiener ist immer für überraschende Bike-Events gut. Das war auch am zweiten Samstag des Jahres 2012 in Ostermundigen nicht anders.
Auf dem Weg ins Finale hatte Kiener (Bild oben, links) unter anderem Roger Rinderknecht (Mitte) eliminiert, was schon einmal eine Leistung für sich ist. Graf bewies auf dem Weg ins Finale, dass die Sportler-RS ein ideales Trainingsumfeld ist. Er gab sich keine Blösse, schraubte seine Zeit Runde für Runde tiefer und entschied schliesslich das hochstehende Finale mit 17 Hundertstel Vorsprung für sich.
Doch damit noch nicht genug: Nach dem Pumptrack Race wartete mit dem "Chris King Goldsprint" noch ein zweites Rennen, und auch dort gaben die Fourcross- und BMX-Spezialisten den Ton an. Schon in der Qualifikation belegten sie die ersten drei Plätze, wobei Pascal Seydoux schneller als Roger Rinderknecht und David Graf. Erstaunlich gut schlug sich für einen Downhiller Ludovic May.
Als es um die Platzierungen und die Sachpreise von Chris King ging, waren die Fourcrosser und BMXer endgültig unter sich: Im kleinen Finale konnte Renato Rufener knapp vor Lukas Jäger gewinnen, im grossen Finale bewies Roger Rinderknecht seine Klasse. Als einziger schaffte er trotz immer kürzerer Ruhepausen zwischen den Läufen, Runde für Runde schneller zu werden. Vor allem aber behielt er den Überblick über die Rennsituation und trat nur so schnell in die Pedale, wie dies für den Sieg nötig war. Die Taktik ging auf, im Finale legte Rinderknecht die schnellste Zeit des Tages hin und distanzierte Pascal Seydoux um über eine Sekunde.
Zwar lichteten sich die Reihen nach den Siegerehrungen, aber der DJ legte noch bis nach 3 Uhr Musik auf, um 4 Uhr quittierten die Jungs von der Security ihren Dienst. Bis nach 5 Uhr in der Früh liessen wir den Abend noch ausklingen, dann rollte ich meinen Daunen-Schlafsack auf einem der Sofas aus und schlief die folgenden 5 Stunden wie ein Stein. Der Kater am Morgen erinnerte mich dann unsanft daran, dass ich nicht mehr ein 20-jähriger Jungspund bin.
Beim "Bergamont Greenhouse Urban Mountainbike Race" traten die 32 schnellsten der von Adrian Kiener geladenen Mountainbiker im Gewächshaus der Gärtnerei Kiener in Ostermundigen abends zu den spektakulären Finalläufen an. Im kleinen Finale sicherte sich Manuel "McManual" Rauch gegen Sidney Gerber Rang Drei. Die Entscheidung um den Sieg fiel zwischen dem Gastgeber und dem Winterthurer BMX- und Fourcross-Profi David Graf.
Auf dem Weg ins Finale hatte Kiener (Bild oben, links) unter anderem Roger Rinderknecht (Mitte) eliminiert, was schon einmal eine Leistung für sich ist. Graf bewies auf dem Weg ins Finale, dass die Sportler-RS ein ideales Trainingsumfeld ist. Er gab sich keine Blösse, schraubte seine Zeit Runde für Runde tiefer und entschied schliesslich das hochstehende Finale mit 17 Hundertstel Vorsprung für sich.
Doch damit noch nicht genug: Nach dem Pumptrack Race wartete mit dem "Chris King Goldsprint" noch ein zweites Rennen, und auch dort gaben die Fourcross- und BMX-Spezialisten den Ton an. Schon in der Qualifikation belegten sie die ersten drei Plätze, wobei Pascal Seydoux schneller als Roger Rinderknecht und David Graf. Erstaunlich gut schlug sich für einen Downhiller Ludovic May.
Als es um die Platzierungen und die Sachpreise von Chris King ging, waren die Fourcrosser und BMXer endgültig unter sich: Im kleinen Finale konnte Renato Rufener knapp vor Lukas Jäger gewinnen, im grossen Finale bewies Roger Rinderknecht seine Klasse. Als einziger schaffte er trotz immer kürzerer Ruhepausen zwischen den Läufen, Runde für Runde schneller zu werden. Vor allem aber behielt er den Überblick über die Rennsituation und trat nur so schnell in die Pedale, wie dies für den Sieg nötig war. Die Taktik ging auf, im Finale legte Rinderknecht die schnellste Zeit des Tages hin und distanzierte Pascal Seydoux um über eine Sekunde.
Zwar lichteten sich die Reihen nach den Siegerehrungen, aber der DJ legte noch bis nach 3 Uhr Musik auf, um 4 Uhr quittierten die Jungs von der Security ihren Dienst. Bis nach 5 Uhr in der Früh liessen wir den Abend noch ausklingen, dann rollte ich meinen Daunen-Schlafsack auf einem der Sofas aus und schlief die folgenden 5 Stunden wie ein Stein. Der Kater am Morgen erinnerte mich dann unsanft daran, dass ich nicht mehr ein 20-jähriger Jungspund bin.
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Mittwoch, 11. Januar 2012
Adelaide? Eher nicht.
Manchmal hab ich das Gefühl, dass sich die Vorwarnzeit für Presse-Events umgekehrt proportional zur Distanz zu eben diesem Event verhält. Jüngstes Beispiel: Eine Einladung nach Adelaide, eine Woche im Voraus zugestellt.
Zugegeben: Nach Australien würde ich gern mal reisen - zumal im Winter, wenn man auf der Südhalbkugel den Sommer geniessen könnte. Die Einladung von Scott Sports SA, am 14. Januar in Adelaide an der Präsentation des überaus erfolgreich gestarteten, australischen Radsport-Teams GreenEdge Teil zu nehmen, werde ich aber dennoch nicht annehmen. Denn das offizielle Programm besteht nur aus genau diesem einen Tag - und dafür ist der Reisestress und der aus der Fliegerei resultierende CO2-Fussabdruck dann doch etwas zu derbe.
Um das offizielle Programm noch sinnvoll auszubauen, reicht hingegen die Zeit nicht aus: Da hätte man mindestens 6 Wochen im Voraus Bescheid wissen müssen, um weitere Termine fixieren und für die Welt des Radsports interessante Orte auswählen zu können. Nun ja: Dear POMs, maybe I'll visit your country another time.
Zugegeben: Nach Australien würde ich gern mal reisen - zumal im Winter, wenn man auf der Südhalbkugel den Sommer geniessen könnte. Die Einladung von Scott Sports SA, am 14. Januar in Adelaide an der Präsentation des überaus erfolgreich gestarteten, australischen Radsport-Teams GreenEdge Teil zu nehmen, werde ich aber dennoch nicht annehmen. Denn das offizielle Programm besteht nur aus genau diesem einen Tag - und dafür ist der Reisestress und der aus der Fliegerei resultierende CO2-Fussabdruck dann doch etwas zu derbe.
Gelöschte Kommentare: Inkonsequenz? Eine Replik
Da Blogspot mir als Inhaber dieses Blogs keine Antwort auf Kommentare erlaubt, habe ich in den vergangenen beiden Tagen zwei Kommentare gelöscht, die ich nicht unwidersprochen stehen lassen wollte oder konnte. Mit Diskussionsverweigerung oder einem gestörten Verhältnis zur Meinungsäusserungsfreiheit hat das nichts zu tun.
Ein und derselbe, anonyme Kommentarschreiber hat mir zuerst im Hinblick auf sportrechtliche Verfahren Inkonsequenz vorgeworfen: Bei Hildebrand, so der Kommentar, beklage ich den offensichtlichen Verstoss gegen die Unschuldvermutung und die Verwendung widerrechtlich erlangter Indizien zu seiner Demontage, bei Dopingverdächtigen rufe ich dagegen undifferenziert nach der Guillotine. Darauf wollte ich gestern ebenfalls in Form eines Kommentars antworten, was mir Blogspot aber glatt verweigerte. Die Folge: Der gleiche Kommentarschreiber warf mir Diskussionsverweigerung und ein gestörtes Verhältnis zur Meinungsäusserungsfreiheit vor. Weil weder das eine noch das andere mein Ding ist, will ich darum in Form eines regulären Postings antworten.
Wieso soll Doping überhaupt bekämpft werden? Der professionelle und kommerzialisierte Sport ist neben vielem anderen auch ein Werbeträger. Doping ist ein Regelverstoss, der Sponsoringengagements nachhaltig entwertet, ja sogar in diametralem Gegensatz zu den Werten stehen kann (und dürfte), für die der Sponsor eigentlich werben wollte. Doping entwertet aber auch das Produkt Sport als solches. Die Probleme, die Übertragungsrechte etwa einer Tour de France dem Meistbietenden zu verkaufen, sprechen dafür Bände. Manche Medien mögen sich das Schmuddelkind nicht mehr stundenweise antun, zumal Sieger um Sieger nachträglich als Schwindler auffliegt. Dass die gleichen Sender dafür stundenlang Biathlon und Boxen zeigen, wo die Verbände einfach Dopingbekämpfung durch Wegschauen praktizieren, ist wieder ein ganz anderes Thema.
Klare Regeln und Prozeduren gegen Doping...
Um das Funktionieren der kommerziellen Ebene zu sichern, hat der Sport darum auf organisatorischer Ebene Gegensteuer gegeben. Hier ist vor allem die WADA und ihr Code zu erwähnen, der für alle Sportarten von Relevanz ist, die olympisch sind. Dieser WADA-Code definiert nicht nur die verbotenen Mittel und Methoden, die Mindeststrafmasse bei Verstössen und die zwingend durchzuführenden Kontrollen an Wettkämpfen: Vor allem sieht dieser Code bei Sportlern, in deren Blut oder Urin verbotene Substanzen gefunden werden, die Umkehr der Beweislast vor - "strict liability" nennt sich das. Vom Moment der positiven B-Probe an muss ein Athlet seine Unschuld beweisen, um noch aus dem Schneider zu kommen.
Dieses Prinzip der "strict liability" ist hart, zweifellos. Aber diese Regeln sind jedem Athleten bekannt, und mit dem Lösen einer Lizenz bei einem der WADA angeschlossenen Verband anerkennt ein Athlet faktisch, diese Regeln zu kennen und wichtiger noch: sie anzuerkennen. Zugleich sind die Prozeduren bei der Probe-Entnahme seitens der Kontrolleure peinlichst genau einzuhalten. Wenn diese pfuschen (das kann von einem "nicht korrekten" Zeitpunkt der Probeentnahme über die Lokalität für selbige bis zum Fehlen einer Unterschrift auf dem Protokoll der Kontrolleure reichen), öffnen sie dem betroffenen Athleten eine Hintertüre, um aus dem Fall ohne materielle Beurteilung raus zu kommen.
... und Wildwest-Methoden gegen Hildebrand
Genau dieses Einhalten der Prozeduren ist im Fall Hildebrand in keiner Weise gegeben. Unter Verstoss gegen das Bankkundengeheimnis erlangte Kontodetails gelangten über im Detail noch nicht restlos geklärte Wege zum Weltwoche-Journalisten Urs Paul Engeler, der darauf eine seit einem Jahr laufende, voll auf die Person Hildebrands abzielende Kampagne fortführen konnte. Auf dieser Grundlage wäre kein Dopingverfahren denkbar. Ein Sportler Hildebrand hätte so nicht zu Fall gebracht werden können, ein Nationalbank-Präsident hingegen schon. Sollte einem zu denken geben, oder?
Eine letzte Anmerkung gilt noch der Behauptung des Kommentarschreibers, dass ich bei erwischten Sportlern "nach der Guillotine rufe". Das ist natürlich und mit Verlaub polemischer Stumpfsinn. Ich poche lediglich auf die konsequente und zeitnahe Bestrafung von erwischten Dopern - in Form einer Sperre, also eines Wettkampf-Ausschlusses. Bei Ersttätern mit zeitlicher Beschränkung, bei Wiederholungstätern lebenslang, ganz wie es der WADA-Code vorsieht. Was dies mit der Todesstrafe zu tun haben soll, die man gemeinhin mit dem Tötungsinstrument Guillotine in Zusammenhang bringt, bleibt mir höchst schleierhaft.
Um von Konsequenz gegenüber Dopern auf eine Akzeptanz für die Todesstrafe zu schliessen, muss man schon sehr schräg drauf sein. Und vor allem jemanden in polemischer Art und Weise schlecht hinstellen wollen. Und das - mit Verlaub - lasse ich auf meinem Blog nicht zu. Danke auch, werter anonymer Kommentarschreiber. Und damit: Ende der Diskussion.
Ein und derselbe, anonyme Kommentarschreiber hat mir zuerst im Hinblick auf sportrechtliche Verfahren Inkonsequenz vorgeworfen: Bei Hildebrand, so der Kommentar, beklage ich den offensichtlichen Verstoss gegen die Unschuldvermutung und die Verwendung widerrechtlich erlangter Indizien zu seiner Demontage, bei Dopingverdächtigen rufe ich dagegen undifferenziert nach der Guillotine. Darauf wollte ich gestern ebenfalls in Form eines Kommentars antworten, was mir Blogspot aber glatt verweigerte. Die Folge: Der gleiche Kommentarschreiber warf mir Diskussionsverweigerung und ein gestörtes Verhältnis zur Meinungsäusserungsfreiheit vor. Weil weder das eine noch das andere mein Ding ist, will ich darum in Form eines regulären Postings antworten.
Wieso soll Doping überhaupt bekämpft werden? Der professionelle und kommerzialisierte Sport ist neben vielem anderen auch ein Werbeträger. Doping ist ein Regelverstoss, der Sponsoringengagements nachhaltig entwertet, ja sogar in diametralem Gegensatz zu den Werten stehen kann (und dürfte), für die der Sponsor eigentlich werben wollte. Doping entwertet aber auch das Produkt Sport als solches. Die Probleme, die Übertragungsrechte etwa einer Tour de France dem Meistbietenden zu verkaufen, sprechen dafür Bände. Manche Medien mögen sich das Schmuddelkind nicht mehr stundenweise antun, zumal Sieger um Sieger nachträglich als Schwindler auffliegt. Dass die gleichen Sender dafür stundenlang Biathlon und Boxen zeigen, wo die Verbände einfach Dopingbekämpfung durch Wegschauen praktizieren, ist wieder ein ganz anderes Thema.
Klare Regeln und Prozeduren gegen Doping...
Um das Funktionieren der kommerziellen Ebene zu sichern, hat der Sport darum auf organisatorischer Ebene Gegensteuer gegeben. Hier ist vor allem die WADA und ihr Code zu erwähnen, der für alle Sportarten von Relevanz ist, die olympisch sind. Dieser WADA-Code definiert nicht nur die verbotenen Mittel und Methoden, die Mindeststrafmasse bei Verstössen und die zwingend durchzuführenden Kontrollen an Wettkämpfen: Vor allem sieht dieser Code bei Sportlern, in deren Blut oder Urin verbotene Substanzen gefunden werden, die Umkehr der Beweislast vor - "strict liability" nennt sich das. Vom Moment der positiven B-Probe an muss ein Athlet seine Unschuld beweisen, um noch aus dem Schneider zu kommen.
Dieses Prinzip der "strict liability" ist hart, zweifellos. Aber diese Regeln sind jedem Athleten bekannt, und mit dem Lösen einer Lizenz bei einem der WADA angeschlossenen Verband anerkennt ein Athlet faktisch, diese Regeln zu kennen und wichtiger noch: sie anzuerkennen. Zugleich sind die Prozeduren bei der Probe-Entnahme seitens der Kontrolleure peinlichst genau einzuhalten. Wenn diese pfuschen (das kann von einem "nicht korrekten" Zeitpunkt der Probeentnahme über die Lokalität für selbige bis zum Fehlen einer Unterschrift auf dem Protokoll der Kontrolleure reichen), öffnen sie dem betroffenen Athleten eine Hintertüre, um aus dem Fall ohne materielle Beurteilung raus zu kommen.
... und Wildwest-Methoden gegen Hildebrand
Genau dieses Einhalten der Prozeduren ist im Fall Hildebrand in keiner Weise gegeben. Unter Verstoss gegen das Bankkundengeheimnis erlangte Kontodetails gelangten über im Detail noch nicht restlos geklärte Wege zum Weltwoche-Journalisten Urs Paul Engeler, der darauf eine seit einem Jahr laufende, voll auf die Person Hildebrands abzielende Kampagne fortführen konnte. Auf dieser Grundlage wäre kein Dopingverfahren denkbar. Ein Sportler Hildebrand hätte so nicht zu Fall gebracht werden können, ein Nationalbank-Präsident hingegen schon. Sollte einem zu denken geben, oder?
Eine letzte Anmerkung gilt noch der Behauptung des Kommentarschreibers, dass ich bei erwischten Sportlern "nach der Guillotine rufe". Das ist natürlich und mit Verlaub polemischer Stumpfsinn. Ich poche lediglich auf die konsequente und zeitnahe Bestrafung von erwischten Dopern - in Form einer Sperre, also eines Wettkampf-Ausschlusses. Bei Ersttätern mit zeitlicher Beschränkung, bei Wiederholungstätern lebenslang, ganz wie es der WADA-Code vorsieht. Was dies mit der Todesstrafe zu tun haben soll, die man gemeinhin mit dem Tötungsinstrument Guillotine in Zusammenhang bringt, bleibt mir höchst schleierhaft.
Um von Konsequenz gegenüber Dopern auf eine Akzeptanz für die Todesstrafe zu schliessen, muss man schon sehr schräg drauf sein. Und vor allem jemanden in polemischer Art und Weise schlecht hinstellen wollen. Und das - mit Verlaub - lasse ich auf meinem Blog nicht zu. Danke auch, werter anonymer Kommentarschreiber. Und damit: Ende der Diskussion.
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