Donnerstag, 10. Juni 2010

Zürcher Velowegnetz ist lebensgefährlich

Ein trauriger Unfall hat heute Morgen wieder einmal gezeigt, wie schlecht es um das Velonetz in Zürich steht: An einem der neuralgischen Punkte wurde eine Triathletin von einem schweren Muldentransporter überrollt und auf der Stelle getötet.

Der Unfallort, im Vordergrund der Vierachser, der die Radfahrerin plattgewalzt hat.
Eine Leerfahrt, wohlgemerkt...

Wer schon einmal vom Theater Gessnerallee oder der Kaserne her mit dem Velo über den Stauffacherquai zur Sihlpost und weiter zum Bahnhof gefahren ist, wird die hanebücherne bis grobfahrlässige Verkehrsführung an jenem Ort kennen: Von beiden Seiten wird der Velostreifen von stark frequentierten Fahrspuren (mit den für Zürich typisch ungehobelten oder durch ihr Handy abgelenkten Automobilisten) in die Zange genommen. Just da kam die Triathletin heut morgen ums Leben. Oder soll ich schreiben «fiel die Sportlerin der Zürcher Velo- und Verkehrspolitik zum Opfer»?

Wie viele Spiegel waren wohl am Muldentransporter montiert? Und wie viele Prozent dessen,
was um ihn und seinen Laster herum geschieht, konnte der Chauffeur gar nicht einsehen?

Das erscheint zugegebenermassen polemisch, aber der Unfallort wird seitens der Velolobby IG Velo schon seit geraumer Zeit als einer der für Velofahrer problematischsten Abschnitte auf dem Zürcher Strassennetz bezeichnet. Auch ich habe als geübter Velofahrer dort schon die eine oder andere, haarsträubende Situation erlebt. Da darf die Frage schon in den Raum gestellt werden, wie viele Velofahrer noch sterben müssen, bis man diesen den ihnen zustehenden Platz auf den Strassen Zürichs einräumt. Zumal soeben ein langjähriger Velo-Lobbyist das Steuer in der Polizeidirektion übernommen hat.

Kommentare:

  1. Bei dem Aufkleber geht es auch darum das man besser nicht rechts vorbei rollt an Ampeln. Hab schon paar mal erlebt. LKW steht an der Ampel .. blinkt rechts und steht auch recht rechts auf der Spur. Radler kommt und will nicht hinter dem LKW stehen, rollt also daneben. Aber nicht so weit das man in direkten Blickfeld des Fahrers ist. Ampel geht auf Grün und beide fahren los. So was geht nie gut aus. Nur ist da jetzt der Radler nicht ganz schuldlos. Bei solch einer Situation bleib ich immer hinter den LKW und lass den in Ruhe rechts abbiegen.


    Die Straßensituation in Zürich auf dem Bild ist natürlich Haarstreubend

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  2. Die Strassensituation in Zürich ist bestimmt nicht Fahrradfreundlich. Wobei man dazu anmerken darf/muss, dass sich einige Fahrradfahrer selbst in Gefahr bringen. Nur dem LKW-Fahrer die Schuld zuschieben, das eines Klebers wegen, ist respektlos. Wie es einem Fahrer geht, der jemand überfahren hat, das fragt niemand. Bei allem Respekt, aber es gab schon Fahrer die nach so einem Unfall nicht mal mehr fahren können.

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  3. Wer weiss, wie lange ein LKW braucht, um aus dem Stillstand bei einer Ampel mit x Schaltmanövern loszuröcheln (und was er dabei noch an Russ und Schadstoffen aushustet), wird als Velofahrer gewiss nie hinter einem Laster warten. Ich stell mich jeweils VOR diese Dreckschleudern oder links daneben, wenn der Blinker schon nach rechts gestellt ist. Denn mit meinem Rennrad bin ich 10m weit weg, ehe der Laster nur schon vom Fleck kommt.

    Der oben gezeigte Kleber prangt auf einem Betonmischer in Deutschland - und hat somit nichts mit dem konkreten Fall in Zürich zu tun. Er soll aber die generelle Rücksichtslosigkeit im Verkehr anprangern, und die komplett verquere Ansicht, dass der Stärkere nicht aufpassen muss, sondern nur der Schwächere.
    Wenn jemand eine Schuld am tragischen Unfall in Zürich trägt, dann sind es die Verkehrsplaner, welche einen Radstreifen zwischen zwei Fahrspuren legen.

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  4. Schade, dass Du Dich nicht an die Regeln hältst. Das Bild von dem Betonmischer hast Du von meiner Seite: www.radgefahren.de gestohlen. Du wirst es jetzt umgehend entfernen müssen! Als Journalist solltest Du ein Minimum an Respekt vor fremden geistigen Eigentum haben!

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  5. Ehrlich gesagt finde ich nicht, dass dieser Kleber die Rücksichtslosigkeit darstellt, sondern eher dazu ermahnt Vorsicht walten zu lassen. Ein LKW hat sehr wohl einen toten Winkel, und es ist bestimmt nicht falsch mit einem Warnhinweis das nochmals zu verdeutlichen.

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  6. @ ArVo

    Da ich davon ausgegangen bin, dass Ihre Seite nicht gewinn-, sondern zielorientiert ist, war ich mal so frei. Mit Ihrem Rumreiten auf den Bildrechten überzeugen Sie mich leider vom Gegenteil: Ihnen geht es offensichtlich nicht primär um die Sache der Radfahrer, sondern um persönliche Profilierung. Schade, eigentlich. Ihre phototechnisches Meisterwerk ist hiermit entfernt.

    PS: Unterlassen Sie bitte das Duzen, dafür kommen Sie mir zu förmlich.

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