Dienstag, 24. August 2010

Ohne Ei(n)sicht – oder Humor

Dass Apple Mühe beim Erkennen und Eingestehen eigener Fehler bekundet, ist nicht neu – wie auch, dass die Marke mit dem abgebissenen Apfel in der ersten Generation oft schlicht untaugliche Produkte an Beta-Tester (=Endverbraucher) verhökert.

Das Corpus Delicti: Der eiPott des deutschen Inneneinrichters Koziol.

Nun beweist das Imperium von Steve Jobs noch eine weitere wenig sympathische Eigenschaft: Einen akuten Mangel an Humor. Denn wie die Berliner Zeitung in ihrer Online-Ausgabe vermeldet, hat Apple per einstweiliger Verfügung des Hanseatischen Oberlandesgerichts dem deutschen Inneneinrichter Koziol verboten, einen originellen, in verschiedenen Farben erhältlichen Halter fürs Frühstücks-Ei unter der Produktebezeichnung «eiPott» zu vermarkten. Bei Zuwiderhandlung droht Koziol eine Busse von 250'000 Euro.

So sieht die Verpackung des eiPott aus - immerhin klar als «Eierbecher» deklariert.

Dass Apple mit diesem juristischen Winkelzug den Bekanntheitsgrad des Koziol’schen «eiPott» massiv gesteigert haben dürfte, ist evident. Um diesen seitens Apple sicher nicht erwünschten Effekt nochmals zu verstärken, mache ich gerne auf meinem Blog nochmals Werbung für den «eiPott» von Koziol. Der darf zwar künftig nicht mehr unterm Original-Namen vertrieben werden – aber wie wärs zB mit «(Jobs') Elektroschrott»?

Dringender Rat an Apple: Humor entwicklen, sonst ist der Ruf sehr bald im iMer!

Dieser Name würde auch gut zu Apple’s gehypten Handies mit ewig leeren Akkus passen, die man auf eine bestimmte Art in Händen halten sollte, damit die Fehlkonstruktion von Antenne nicht in ihrer Funktion gestört wird. Als mein bescheidenes Zeichen des Protests gegen den iPhone G4-Hype hab ich übrigens gestern im Swisscom-Shop eine neue Hülle für mein altes Nokia 5140er bestellt. Hat mich zwar fast so viel gekostet wie ein neues Handy, aber das war es mir Wert. Schliesslich reicht es dicke, wenn ich smart bin. Dafür brauch ich kein Telephon.

Kommentare:

  1. Ein Grund mehr sich nichts von dem angebissenen Obst zuzulegen. Wer will denn schon was das beinahe alle haben und wenn ich einen Apfel will, sicher nicht einen der schon wer angefressen hat. Man weiss ja nie...........;)

    AntwortenLöschen
  2. Du weisst schon das ein Antihype genauso Kindergarten ist wie der Hype selber. Entweder es gefällt einen ..oder nicht, man braucht es ..oder nicht. Wenn man nicht macht, nur weil es andere machen, ist man nicht besser.

    Du hast ja bestimmt schon viele viele Appleprodukte gehabt das du sagen kannst das die Neuheiten immer Schrott sind. Warum hast du dann dir immer dann gleich gekauft. Oder hat man es dir nur gesagt, das man jemand kennt, der jemand kennt usw. ..Also Bullshit

    Und Yoe, soviele haben kein iphone, die meistens haben irgendein Feld-Wald-Wiesen Händy. Nur weil es in den Medien schön vertreten ist, heisst es noch lange nicht das es auch in den Hosen/Jacken oder weiß der Geier wo-Taschen so ist. Apple ist immer noch ein kleiner Hersteller. Nur bei diesen Smartphones, sind sie was größer. Aber wie man sieht, fallt ihr ja auch schön auf das Marketing rein.

    Zur Marke Ixxxx: Das ist halt das Problem, wenn Apple das akzeptiert und durchgehen lässt, kommt der nächste Hersteller.. und noch einer, immer näher ran den eigentlich Markt. Wenn du dann vor Gericht gehst, wird es heissen das das schon so verwässert ist, das man da nichts mehr machen kann. Die Form des Ipod dürfen sie ja behalten .. ist nur der Name.


    Und die Eierbecherfirma lässt auf einer Messe in China fleissig angebliche Kopien beschlagnahmen. Denn die verstehen auch keinen Spass.

    Achja ..... ich hab ein SonyEricson Händy

    AntwortenLöschen
  3. @ marttin

    1. Mein Handy ist ein Nokia 5140. Alt, robust, mit einer Woche Standby-Laufzeit. Outdoor-tauglich halt.

    2. Ich hab ein PowerBook G4 - und beruflich auf G3- und G4-Desktops gearbeitet. Ich hab bisher zum Glück weder Telephone noch andere Geräte von Apple besessen. Mein MP3-Player ist von Sony, weil ich diesem Hersteller seit den 80ern in Sachen mobilen Musikabspielgeräten die Treue halte.

    3. Ich hab einige Apple-Fanboys in der nächsten Bekanntschaft und in der Familie - und bekomm somit die unvermeidlichen Probleme mit Erstgenerations-Geräten dieses Herstellers jeweils gut mit. Das sagt mir eines: Dieser Hersteller legt weit mehr wert auf Schein (innovativ!) als auf Sein (zuverlässig, solide und robust als erstrebenswerte Adjektive).

    4. Geh mal nach Zürich, steig in ein Tram und guck, wie hoch die Marktpenetration des iPhones ist: Jeder 12jährige hat eins, gräuslich.

    Mein Fazit: Lieber Spiegel-i oder Rühr-i als ein iPhone. Zumal das neue iPhone schlicht bleischwer ist.

    AntwortenLöschen
  4. Mudstud, selbstverständlich bleibt es dir überlassen, auf einer tieferen Evolutionsstufe stehen zu bleiben. Das ist deine Privatsache. Ich muss mit meinem Handy nicht von Hand erbeutete Forellen totschlagen und deshalb konveniert mir das iPhone besser. Bin ich deshalb weniger smart?

    AntwortenLöschen