Freitag, 4. Juni 2010

Der Haken mit den Stadler-Zügen

Jetzt wird’s komfortabel: So titelt der Tages Anzeiger voller Vorfreude zu den neuen Doppelstöckern der Zürcher S-Bahn. Doch schon jetzt ist klar: Die Velofahrer wurden mal wieder vergessen.

Der Haken sind die fehlenden Haken: Auch im Dosto werden Velos Schaden nehmen.

Als ich hörte, dass die von der Stadler Rail gebauten, neuen Doppelstock-Züge über ein grosszügiges Multifunktionsabteil gleich beim Eingang des jeweiligen Wagens verfügen, auf dem Gepäck, Kinderwagen und Velos Platz finden sollen, war ich zuerst guten Mutes. Doch leider versteht man bei Stadler zwar viel von Leichtbau, aber nichts vom Velotransport im öffentlichen Verkehr. Denn sonst kann ich mir nicht erklären, warum in den neuen S-Bahn-Zügen Haken zum Aufhängen der Velos fehlen. Zumindest sucht man sie im Video zur Dosto-Präsentation vergeblich.

Rumpelkiste und Velo-Folterkammer, schon in Betrieb: Der «Thurbo».

Schon im von Stadler Rail gebauten «Thurbo»-Regionalzug, einer Rumpelkiste sondergleichen, fehlen diese Haken. Was dann zur Folge hat, dass das Velo bei der ersten Weichenpassage mit Garantie umfällt. Nicht so cool, wenns kein Schrottgöppel ist, sondern ein Hightech-Radl, das einem so was unter Umständen wortwörtlich krumm nimmt: Ein verbogenes Schaltauge verträgt sich etwa schlecht mit den modernsten 10- und 11-Gang-Schaltungen. Nachdem ich mich als Velo-GA-Besitzer schon einige Male in den Thurbo-Zügen geärgert habe, steht mir dasselbe nun also auch auf dem Zürcher S-Bahn-Netz bevor.

Geht doch: In den alten RhB-Wagen ist der Velotransport müstergültig gelöst.

Da kann ich nur noch maliziös anfügen: Zum Glück hat die Firma Stadler Rail nicht den Zuschlag für die neuen Doppelstock-Intercities bekommen. So bleibt mir die Hoffnung, dass zumindest Bombardier Haken (gern auch ausklappbare, damits das saubere Design nicht stört) in die Decke ihrer Züge integriert, damit Velos sowohl platzsparend wie auch sicher verstaut werden können. Von den Stadler’schen Rumpelkisten erwart ich in dieser Hinsicht gar nichts mehr. Denn wie man es besser macht, demonstriert die Rhätische Bahn sogar in ihren ältesten Zügen: Dank leicht höhenversetzten Haken auf der Plattform.

Kommentare:

  1. Für die fehlenden Velohaken musst du dich nicht über Stadler beschweren, sondern bei den SBB. Stadler liefert ganz einfach das, was vom Kunden (also den SBB) gewünscht und bestellt wurde. Es gibt durchaus Stadler Züge mit Fahrradhalterungen, einfach nicht bei den SBB!

    Übrigens soll es in den neuen Fernverkehrs-Dostos pro Wagen zwei Velohaken geben (Änderungen vorbehalten!).

    AntwortenLöschen
  2. Jedes Fahrrad hat Pedale - man sitze auf sein Velo und betätige diese. Ich will keine Fahrräder in den sonst schon übervollen Zügen!

    AntwortenLöschen